Malters: Geisterfahrer begeht Suizid

Ein Schweizer, der letzten Mai während 50 Minuten als Geisterfahrer über eine tschechische Autobahn gerast war, hat sich das Leben genommen.

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«Der Mann ist am Sonntagabend aus dem Fenster seiner Wohnung in Malters gesprungen», bestätigt Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, einen Bericht von «20 Minuten Online». Ein Nachbar habe gegen 18.50 Uhr den Notruf benachrichtigt. Trotz Reanimationsversuchen starb der Mann noch vor Ort. Er hinterlässt seine Lebenspartnerin und zwei kleine Kinder. Sie werden von einem Care Team psychologisch betreut.

Amokfahrt unter Drogeneinfluss

Der damals 33-Jährige verursachte während seiner Amokfahrt fünf Unfälle mit Sachschaden. Vor dem Prager Gericht gab er danach an, Antidepressiva und Methamphetamin eingenommen zu haben. Er hatte kurz davor gestanden, seine tschechische Lebenspartnerin zu heiraten. Das Prager Gericht verurteilte ihn im Dezember zu drei Jahren Gefängnis. Gegen Kaution kam er Mitte Oktober frei. Beim Luzerner Amt für Vollzug war nicht in Erfahrung zu bringen, ob er zur Zeit seines Suizids noch in psychologischer Behandlung war. Die Freiheitsstrafe hätte er nicht antreten müssen, da die Schweiz keine Staatsangehörigen ausliefert.

Aleksandra Mladenovic/Neue Luzerner Zeitung