MALTERS: Hangrutsch mit Folgen

Ein geräumtes Ferienhäuschen, eine gesperrte Strasse und eine überbrückte Stromleitung: Ein Hangrutsch im Gebiet Rümlig hält die Gemeinde auf Trab.

Alexander von Däniken
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Gemeindeammann Marcel Lotter gestern auf der wegen des Erdrutsches gesperrten Strasse im Gebiet Rümlig.

Gemeindeammann Marcel Lotter gestern auf der wegen des Erdrutsches gesperrten Strasse im Gebiet Rümlig.

Der Hang, rund vier Kilometer südwestlich des Malterser Dorfzentrums im Gebiet Rümlig gelegen, ist schon seit Jahren als Rutschhang bekannt. Doch so stark wie seit den Regenfällen vom letzten Maiwochenende hat er sich noch nie bewegt. In den ersten Tagen rutschte er zwei Meter pro Tag.

Mit einschneidenden Folgen, wie Gemeindeammann Marcel Lotter auf Anfrage erklärt: «Die Strasse Richtung Munistein ist seit diesem Donnerstag gesperrt, die Swisscom musste eine Notleitung legen, und die Hochspannungsleitung im Rutschgebiet wurde überbrückt.» Personen kamen keine zu Schaden. Ein Wochenendhäuschen ist nicht mehr bewohnbar.

Hang wird entwässert

Auch die Gemeinde hat Sofortmassnahmen getroffen. Zivilschützer legten Drainageleitungen, um den Hang zu entwässern. Ein Forstunternehmen fällte sturzgefährdete Bäume. Und ein Geologe beobachtet regelmässig die Bewegungen. Dieser stellte gestern Abend fest, dass sich der Hang in den 24 Stunden zuvor nur noch 70 bis 80 Zentimeter bewegte.

«Die Drainage und das bessere Wetter haben wohl zur Verlangsamung beigetragen», so Lotter. Erst wenn der rund 700 Meter lange und zwischen 20 und 100 Meter breite Hang ruht, könne über weitere Massnahmen diskutiert werden. Wann dies sein wird, sei derzeit noch unklar.

Für Autoverkehr zu gefährlich

Bis dahin und damit zur Aufhebung der Strassensperre müssen die Anwohner in den Hanggebieten eine Strecke zu Fuss zurücklegen. «Derzeit ist es noch zu gefährlich, die Strasse zu befahren. Allfällige Risse im Boden können insbesondere in der Nacht schnell übersehen werden», erklärt Lotter. Insgesamt sind die Bewohner von fünf Liegenschaften betroffen.

Hundehotel im Glück

Eine Betroffene ist Antonia Schröder. Sie führt im Gebiet Munistein ein Hundehotel und eine Hundeführerschule. Gegenüber Radio Pilatus erklärte sie, dass sowohl Haus als auch Hunde keinen Schaden genommen hätten. Sie hoffe aber, dass die Strasse so schnell wie möglich wieder geöffnet wird. «Und auch das Telefon funktioniert noch nicht.»