Malters
Im Schulhaus Brunau werden künftig Schüler mit Autismus unterrichtet

Bis Ende des Schuljahrs 2019/2020 gingen im Schulhaus Brunau in Malters Primarschüler ein und aus. Jetzt wird hier eine Lernwerkstatt für Schülerinnen und Schüler mit Autismus eingerichtet.

Hugo Bischof
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Das Schulhaus Brunau in Malters wird ab dem kommenden Schuljahr 2021/2022 neu genutzt. Die Gemeinde Malters hat mit der Stiftung Schul- und Wohnzentrum Malters (SWZ) einen Mietvertrag unterschrieben und vor wenigen Tagen die Baubewilligung für das Projekt erteilt. Ab dem Sommer 2021 werden im Schulhaus Brunau somit vorerst rund 15 Sonderschülerinnen und -schüler mit Autismus unterrichtet.

Das bisherige Primarschulhaus Brunau in Malters. Es wird künftig als zusätzlicher Standort des Schul- und Wohnzentrums Malters (SWZ) für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensschwierigkeiten genutzt.

Das bisherige Primarschulhaus Brunau in Malters. Es wird künftig als zusätzlicher Standort des Schul- und Wohnzentrums Malters (SWZ) für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensschwierigkeiten genutzt.

Bild: PD

Die Gemeinde Malters schloss mit Brunau nach dem Schuljahr 2019/2020 das letzte von insgesamt vier Aussenschulhäusern und konzentriert sich fortan auf zwei Primarschulstandorte (Eischachen und Bündtmättli). Die Lernenden aus dem Gebiet Brunau werden seit dem Schuljahr 2020/2021 im Schulhaus Eischachen unterrichtet. Dieses wurde dafür baulich erweitert.

Gespräche zur künftigen Nachnutzung des Schulhauses Brunau haben seit längerem stattgefunden. Dass nun mit der SWZ eine Lösung gefunden wurde, freut den Malterser Gemeindeammann Marcel Lotter (CVP):

«Das historische Gebäude bleibt so im Eigentum der Gemeinde und wir können langfristig von einem Mietertrag profitieren.»

Der Schulbetrieb im damals neu erbauten Schulhaus Brunau war am 30. April 1899 aufgenommen worden. Das Gebäude gilt als lokalgeschichtlich erhaltenswert.

Sonderschule an vier verschiedenen Standorten

Das SWZ bietet im Kanton Luzern eine Sonderschule für normalbegabte und lernbehinderte Kinder an, die wegen Verhaltensschwierigkeiten eine gezielte pädagogische und schulische Unterstützung benötigen. Zirka 100 Schülerinnen und Schüler werden in separativen Angeboten an vier verschiedenen Standorten (Malters, Ebikon, Emmenbrücke und Schachen) gefördert und betreut. Zudem begleitet das SWZ weitere 90 Schülerinnen und Schüler in den Regelklassen im Kanton Luzern.

Die Stiftung liess vor geraumer Zeit verlauten, dass sie bestehende Angebote weiter ausbauen will. Mit der Nachnutzung des Schulhauses Brunau kann jetzt die bisher auf verschiedene Standorte verteilte ASS-Lernwerkstatt für Sonderschülerinnen und -schüler mit Autismus an einem zusätzlichen Standort zusammengeführt und leicht ausgebaut werden. «Es ist für uns immer sehr schwierig, Räumlichkeiten zu finden, die unseren speziellen Anforderungen gerecht werden», sagt Lukas Baeschlin, Geschäftsleiter des SWZ.

«Das Schulhaus Brunau ist für uns punkto Lage, Grösse und Struktur eine einmalige Gelegenheit. Dass dies auch noch in der Gemeinde Malters möglich war, ist für uns natürlich umso schöner.»

Das SWZ wird den Innenausbau des Gebäudes auf eigene Kosten an die neuen Anforderungen für Schüler mit Autismus anpassen. Entstehen sollen fünf Klassenzimmer für maximal je vier Schülerinnen und Schüler, die jeweils zusätzlich über separate Ruhe-, Lern- und Bewegungsräume verfügen. Zusätzlich wird das gemeinsame Kochen und Essen in das Unterrichtskonzept integriert. Farben und Materialien, sowie die Lichtelemente werden im ganzen Haus sorgfältig ausgewählt und mit Blick auf die aussergewöhnliche Wahrnehmungsverarbeitung von Autisten geplant.

Umbauarbeiten bis Juli 2021

Auf Kosten der Gemeinde Malters wird die bestehende Ölheizung im Gebäude durch eine CO2-neutrale Heizungsanlage ersetzt. Der Spielplatz beim Gebäude soll auch zukünftig am Abend und am Wochenende durch die Bevölkerung genutzt werden können. Bis Juli sollen die Umbauarbeiten abgeschlossen sein, sodass am 23. August der Schulbetrieb gestartet werden kann. Mit dem SWZ hat die Einwohnergemeinde einen Mietvertrag über zehn Jahre mit Option auf weitere zehn Jahre abgeschlossen.