MALTERS: Neue Gemeindeverwaltung ist umstritten

Der Gemeinderat will für 10 Millionen Franken die Verwaltung im geplanten Zentrum Weihermatte neu bauen. Doch nicht alle sind glücklich über diese Pläne.

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So soll die Überbauung Weihermatte beim Bahnhof Malters dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So soll die Überbauung Weihermatte beim Bahnhof Malters dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Die Gemeindeverwaltung in Malters ist alt. Gebaut wurde sie im Jahr 1952. Bausubstanz und Energieverbrauch sind schlecht und entsprechen nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. Zudem führte das knappe Raumangebot zur Auslagerung von Sozialamt, Betreibungsamt oder der Schulleitung an andere Standorte. Was zusätzliche Mietkosten verursachte. Der Handlungsbedarf ist seit über zehn Jahren bei politischen Parteien und beim Gemeinderat unumstritten.

Kommission hat entschieden

Mehr Zündstoff hingegen liefert die aktuelle Standortwahl. Der Gemeinderat will mit der Verwaltung in die Weihermatte und keinen Neubau am alten Standort. Dies aufgrund der Empfehlung der Kommission zur Überprüfung der Standortevaluation. Die Kommission nahm den Standort Weihermatte und den bisherigen an der Bahnhofstrasse unter die Lupe. Die elfköpfige Kommission, bestehend aus Vertretern von FDP, SVP, CVP, IG Malters, der Gemeindepräsidentin und dem Gemeindeammann, verglich Kosten, Flexibilität und Realisierung. «Ihre Abklärungen haben ergeben, dass der Standort Weihermatte die kostengünstigere Variante ist und zudem flexibler bezüglich der Büroflächen», sagt Gemeindepräsidentin Sibylle Boos-Braun. Und gegenüber dem alten Standort sei die Weihermatte 2,25 bis 2,95 Millionen günstiger, so Boos-Braun weiter.

Das letzte Wort hat jetzt die Bevölkerung. Diese wird am 15. November über den Sonderkredit über rund 10 Millionen Franken abstimmen. Der Gemeinderat favorisiert den Standort Weihermatte auch, weil dann wieder alles unter einem Dach sei und auch längerfristig eine – falls nötig – Erweiterung der Verwaltung möglich sei. Zur Diskussion stand auch eine Mietlösung. «Die Mietvariante wurde geprüft, aber aufgrund der höheren Kosten verworfen», sagt Gemeindeammann Marcel Lotter. Die Gemeinde will von den Investoren den Rohbau im Stockwerkeigentum erwerben. Der Ausbau der Verwaltungsräumlichkeiten erfolgt durch die Gemeinde selber. Lotter: «So kann die Gemeinde die Aufträge im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswesens selber vergeben.» Die Kosten für Ausbau und Möblierung belaufen sich auf rund 3 Millionen Franken. Das Grundstück an der Bahnhofstrasse 16 bleibt nach dem geplanten Umzug als langfristige Landreserve mit einem heute geschätzten Wert von 1,13 Millionen Franken der Gemeinde erhalten. Sollte das Stimmvolk dem Sonderkredit zustimmen, könnte der Umzug im April 2018 stattfinden.

IG Malters kritisiert Vorlage

Die IG Malters (IGM) steht zwar hinter einem Neubau der Verwaltung und sieht auch dessen Notwendigkeit. Sie bezeichnet jedoch die Vorlage als einseitig und bemängelt, dass nicht beide Standorte zur Abstimmung kommen. Dazu sagt Sibylle Boos-Braun: «Wir legen den Bürgern mit dem Standort Weihermatte das beste Gesamtpaket bezüglich Kosten, Nutzen und Standort vor.» Die IGM kritisiert auch den Rechnungsvergleich. Es sei nie eine detaillierte Planung für den alten Standort gemacht worden. Laut einer Schätzung gemäss Baukostenkennzahlen der ETH, so die IGM, würde ein Neubau am alten Standort für 8 Millionen Franken zu realisieren sein. Die IGM empfiehlt ein Nein zum Sonderkredit.

Sandra Monika Ziegler