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MALTERS: Stöckli stellt seine Veloproduktion ein

Vor sieben Jahren stieg der Zentralschweizer Skihersteller in die Produktion eigener Mountainbikes und E-Bikes ein. Nun gibt das Unternehmen auf – und konzentriert sich aufs Stammgeschäft.
Ein Blick in die Veloproduktion bei Stöckli in Malters. (Bild: Dominik Wunderli (18. September 2012, Malters))

Ein Blick in die Veloproduktion bei Stöckli in Malters. (Bild: Dominik Wunderli (18. September 2012, Malters))

Roman Schenkel

«In zehn Jahren», sagte 2010 der damalige Firmenchef Beni Stöckli, «wollen wir bei den Bikes eine ähnlich starke Marke sein wie im Skigeschäft.» Mit dem Einstieg ins Bikegeschäft überraschte der Skihersteller damals die Branche. Seither hat Stöckli im Schnitt rund 4000 Bikes und E-Bikes pro Jahr verkauft. Für die Entwicklung des E-Bikes «e.t.» erhielt Stöckli 2012 den Innovationspreis der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz. Noch im März 2016 standen die Zeichen auf Expansion: Mit neuen Köpfen an der Spitze der Bikesparte wollte Stöckli den Fachhandel ins Visier nehmen. Nun folgt die Ernüchterung: Stöckli zieht sich per Sommer 2018 aus dem Bike­geschäft zurück.

Der Rückzug habe nichts mit mangelndem Erfolg zu tun, sagt Marketingchef David Kistler. «Wir haben viele beliebte Bikes erfolgreich lanciert», sagt er. Die Zahlen im Bikebereich seien schwarz gewesen. Der Grund für den Ausstieg sei vielmehr der Markt, der sich seit Beginn und von Jahr zu Jahr sehr stark verändert habe. «Der Bikemarkt ist geprägt durch immer kurzlebigere Innovationszyklen, die sehr investitionsintensiv sind», erklärt Kistler. Es gebe schnelle Veränderungen bei den Produkten: in der Vergangenheit zum Beispiel die verschiedenen Räderfor­mate oder wie aktuell bei den E-Bikes die Integration der Batterie in den Rahmen. «Solche Trends haben stets einen Einfluss auf die restlichen Komponenten, was mit hohen Kosten verbunden ist», sagt er. Stöckli habe da als «kleinerer unter den grossen» Bikeherstellern nicht mehr mithalten wollen. Deshalb habe man sich zu diesem Schritt entschieden.

Es sind keine Entlassungen geplant

Der Rückzug habe keine Entlassungen zur Folge. «Wir haben für die Betroffenen eine interne Lösung gefunden», sagt Kistler. Wie viele Personen im Bike­bereich arbeiten, will er nicht preisgeben. Die Zahl sei «überschaubar». «Es war ein kleines, aber schlagkräftiges Team.» Kistler betont, dass sämtliche Service- und Garantieleistungen für Besitzer von Stöckli-Fahrrädern gewährleistet seien. «Wir ziehen uns nicht aus dem Bike­geschäft zurück, nur aus der Produktion», sagt er. In den Stöckli-Filialen wird die Lücke mit den Schweizer Bikemarken BMC, Flyer und BiXS aufgefüllt. «Zudem bauen wir das Angebot im Servicebereich und bei den Accessoires noch weiter aus», so Kistler. Vor Jahresfrist hat sich Stöckli schon aus dem Profi-Bikesport zurückgezogen. Mit Jolanda Neff hatte Stöckli ein prominentes Aushängeschild unter Vertrag. «Wir haben uns nach den Olympischen Spielen in Rio zum Ausstieg aus dem Profisport-Engagement entschieden.»

Dass der Entscheid von damals etwas mit dem kompletten Rückzug zu tun hatte, treffe nicht zu. «Nach Grossanlässen werden solche Wechsel in der Regel vollzogen, das ist üblich.» Stöckli will sich in Zukunft voll und ganz auf das Skigeschäft und auf die eigenen Filialen konzentrieren. Diese Bereiche sollen gestärkt und ausgebaut werden. «Das sind unsere etablierten und grossen Geschäftsfelder, deutlich grösser als der Bike-Herstellungsbereich.» Die Unternehmung beabsichtigt, verstärkt in ihr bereits seit 1935 bestehendes Skigeschäftsfeld zu investieren. In Malters hat Stöckli rund 4 Millionen Franken in die Skiproduktion investiert. Im Visier hat Stöckli dabei vor allem den internationalen Markt. Dabei sollen die Weiterentwicklung der 2016 gegründeten Tochtergesellschaft in den USA und der Distributionsausbau in China intensiviert werden. In China verkauft Stöckli Ski via ausgewählte Fachhändler in den Skigebieten. Das Riesenland gehört zwar nicht zu den wichtigsten Märkten für das Unternehmen. Stöckli möchte das aber ändern. «Wir sehen dort viel Potenzial», sagt Kistler.

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