MALTERS: Werthenstein soll heiraten

Die lädierte Gemeinde Werthenstein an den Mann zu bringen. Das war das Ziel am Motteriumzug – ohne Erfolg.

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Ausgelassene Stimmung am Motteri-Umzug in Malters: Im Bild die Guuggenmusig Greubiheuscher aus Schachen. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Ausgelassene Stimmung am Motteri-Umzug in Malters: Im Bild die Guuggenmusig Greubiheuscher aus Schachen. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Schottische Edelleute machten den Auftakt am 32. Motteriumzug in Malters. In ihren schweren, dunklen Gewändern mit Karomustern spielten und schränzten die Guugger der Ämmeruugger Malters, was das Zeug hielt. Zwei Mädchen, die mit Goldohrringen, bunten Röcken und Kopftüchern als Piratinnen verkleidet waren, sprangen zwischen der schottischen Formation hindurch und warfen den gfürchigen Guuggern Konfetti entgegen.

Auch das alte Ägypten war ein Thema am Fasnachtsumzug. Grosse rot- und goldstrahlende Pharaonengrende zeigten die Schädubrommer Malters, deren dunkelrote Gewänder bis an die Knien reichten.

Turnübungen auf dem Wagen
Für grosse Kinderaugen und banges Staunen unter den Zuschauern sorgte die Aktivriege STV Malters mit ihrer Darbietung. Auf dem grossen Wagen, der sich seinen Weg langsam durch die Strassen bahnte, war ein Reck installiert. An diesem zeigten die Mitglieder des Turnvereins abwechselnd ihre waghalsigen Übungen. Und priesen sich auch gleich selbst an als «verRECKti Sieche».

Bräutigamschau
Speziell ins Auge sticht auch die Freie Gruppe Mausohr. Sie beschäftigten sich in ihrem Sujet mit der finanziell angeschlagenen Gemeinde Werthenstein. Auf dem Wagen der Gruppe war denn auch zu lesen: «Wärthestei esch am Ranze, drom lömmer d Brut lo tanze.»

Eine handvoll Bräute, die in festliches Weiss gehüllt waren, begleiteten den Wagen und sprachen Männer aus den Zuschauerreihen an, ob sie auf eine Heirat einsteigen würden. So recht zu einem Ja hinreissen liess sich jedoch keiner – Fasnacht hin oder her.

Noémie Schafroth