Interview

Manuela Jost (GLP) im Interview: «2025 soll der Neubau am Pilatusplatz stehen»

Die Baudirektorin der Stadt Luzern will am 29. März in eine dritte Amtszeit gewählt werden. 

Robert Knobel
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Welches ist aus Ihrer Sicht Ihr grösster Erfolg der vergangenen Legislatur?

Es ist unter meiner Führung gelungen, die investitionsintensive Erneuerung und Erweiterung von Schulanlagen im ganzen Stadtgebiet umfassend zu planen, Abhängigkeiten geschickt vorauszusehen und konsequent umzusetzen. Als Beispiel möchte ich den Neubau des Schulhauses Staffeln erwähnen. Wir sind bei diesem 55 Mio.-Projekt auf der Zielgeraden und werden eines der grössten Primarschulhäuser (600 Lernende) der Schweiz innerhalb des gegebenen ambitionierten Kosten- und Terminrahmens abschliessen. Dabei geht es nicht nur darum, zeitgemässe Unterrichtsräume zu bauen. Im Projekt wurden weitere Themen vorbildlich umgesetzt, die mir ganz allgemein am Herzen liegen: das energieeffizientes Bauen, die Schaffung eines Begegnungsorts fürs Quartier, die konsequente Erhöhung der Abdeckung mit Tagesschulen und die Mitwirkungsmöglichkeit von Direktbetroffenen.

Manuela Jost vor dem fast fertigen Schulhaus Staffeln in Reussbühl.

Manuela Jost vor dem fast fertigen Schulhaus Staffeln in Reussbühl.

Nadia Schärli / Luzerner Zeitung

Der Anteil gemeinnütziger Wohnungen stagniert. Sind die Ziele der Wohnraum-Initiative bis 2037 noch zu schaffen?

Ja, auf jeden Fall. Die Zielerreichung ist aber anspruchsvoll, und es bedarf eines grossen Efforts sowohl von der Stadt als auch von den gemeinnützigen Wohnbauträgern. Ich bin überzeugt, dass wir das Initiativziel gemeinsam erreichen werden. Wie 2019 im ersten Controllingbericht aufgezeigt, haben wir die Voraussetzungen geschaffen, dass in den nächsten fünf Jahren rund 600 zusätzliche Wohnungen erstellt werden können. Wir haben vier städtische Grundstücke im Baurecht abgegeben und beispielsweise einen Musterbaurechtsvertrag erarbeitet sowie die Zusammenarbeit mit den gemeinnützigen Wohnbauträgern erfolgreich intensiviert. Auch der Ausblick bis 2037 zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, das Initiativziel zu erreichen.

Der Pilatusplatz liegt noch immer brach. Ihre Prognose: Wann wird das Hochhaus stehen?

2025 soll der Neubau stehen. Der Platz ist äusserst anspruchsvoll, wenn man die Situierung bedenkt: komplexe Verkehrssituation, Hochhausstandort auf moderater Fläche, knappe Aussenraumverhältnisse, denkmalgeschützte Nachbarsgebäude. All dies benötigte eine sorgfältige Planung, um die Rahmenbedingungen klar zu definieren. So konnten wir letztes Jahr den Projektwettbewerb durchführen, der schweizweit auf grosses Interesse gestossen ist. In diesen Tagen wird das Siegerprojekt aus den 30 Projektbeiträgen ausgewählt, und im April werden wir die Öffentlichkeit orientieren. Verraten kann ich heute schon, dass sehr überzeugende Beiträge punkto Stadtraum und Identität eingegangen sind und dass auch spannende Ansätze für publikumsorientierte Nutzungen präsentiert wurden.

Sie wurden für Ihren Umgang mit Hausbesetzern kritisiert. Wie werden Sie reagieren, wenn es erneut zu einer Besetzung kommt?

Bei illegalen Besetzungen städtischer Liegenschaften bleibe ich meinem bisherigen Vorgehen treu: Ich setze in erster Linie auf Deeskalation und Dialog und werde Besetzer zum freiwilligen und friedlichen Verlassen der Liegenschaft auffordern. Führt dies nicht zum Erfolg, wird Anzeige erstattet und die Räumung beantragt. Daneben fördern wir erlaubte Zwischennutzungen von leer stehenden städtischen Liegenschaften. Beispielsweise erlauben wir im Schulhaus Grenzhof eine Zwischennutzung durch Blaulichtorganisationen.

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