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MARBACH: Hier trifft Genuss auf Geschichte

Die Bergkäserei versucht, sich mit Innovationen in einem hart umkämpften Markt zu behaupten. Die neuste Investition soll mithelfen, den Bekanntheitsgrad weiter zu steigern.
Ernesto Piazza
Peter Brunner, Verwaltungsratspräsident der Bergkäserei Marbach (links), sowie die Geschäftsführer Michael und Regula Jaun auf der Besuchergalerie der Käserei. (Bild: Pius Amrein (Marbach, 10. Mai 2017))

Peter Brunner, Verwaltungsratspräsident der Bergkäserei Marbach (links), sowie die Geschäftsführer Michael und Regula Jaun auf der Besuchergalerie der Käserei. (Bild: Pius Amrein (Marbach, 10. Mai 2017))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Unweit der Grenze zum Kanton Bern liegt Marbach. Auf 871 Meter über Meer beheimatet das Entlebucher Dorf die grösste Bergkäserei der Zentralschweiz. 2008 wurde die Produktionsstätte mit einem Verkaufsladen und einer Besuchergalerie eröffnet. Aktuell beschäftigt der Betrieb 26 Mitarbeiter. Geführt wird die Bergkäserei Marbach AG, deren Ursprung 1981 in der Dorfkäserei Wald liegt, in zweiter Generation von Michael und Regula Jaun.

Am Wochenende findet der Tag der Neueröffnung der Besuchergalerie statt. Mit der Modernisierung will man getreu dem Motto «attraktiv in die Zukunft» den nächsten Schritt vorwärtsmachen. Durch diese Investition werde ein Besuch «noch erlebnisreicher», so Verwaltungsratspräsident Peter Brunner.

70 Prozent der Produkte werden exportiert

Im Entlebuch und im hinteren Emmental blickt die Käsereibranche auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Immer wieder kam es zu Betriebsschliessungen und Übernahmen. Auch die Bergkäserei Marbach AG sah sich – speziell in den ersten Jahren – mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Es galt, neue Produkte zu entwickeln, Absatzkanäle zu finden und finanzielle Ressourcen zu generieren. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses Anfang 2015 sei schwierig gewesen, sagt Brunner. Denn 70 Prozent der Produkte gehen in den Export. «Heute steht das Unternehmen aber auf einem guten finanziellen Fundament», betont der ehemalige Präsident der Landwirtschaftlichen Kreditkasse des Kantons Luzern. Er ist seit zwei Jahren der Verwaltungsratsvorsitzende der Bergkäserei Marbach AG. Das Jahr 2016 wurde mit einem Gewinn gegen 140 000 Franken abgeschlossen. Die Neuausrichtung beginne zu greifen. Dazu gehört auch die Investition von einigen zehntausend Franken in die Besucher­galerie. Dabei handelt es sich um einen Elementbau aus Altholz, Stein, Schindeln und Heu. «Alle diese Materialien kommen in unserer Gegend vor,» erklärt Michael Jaun. Etwas Spezielles sei das Heu, das die viel Geschichtliches vermittelnden Bildschirme einfasse. Momentan sind es rund 100 Gruppen, welche die Bergkäserei jährlich besuchen. Diesbezüglich arbeite man mit lokalen Betrieben zusammen, so dass Besucher ein individuelles Programm zusammenstellen könnten, sagt Regula Jaun.

Etwa 250 regionale Bauern sind als Aktionäre am Unternehmen beteiligt. Jährlich verarbeitet man in Marbach rund 20 Millionen Liter Milch zu 1500 Tonnen Käsereiprodukten. Als Zweitmilchkäufer arbeitet der Betrieb mit der Genossenschaft Zentralschweizer Milchproduzenten zusammen. «Neben der Hauptfabrikation wie dem viereckigen ‹Switzerland Swiss› sind wir definitiv stolz auf unseren Mozzarella», betont Michael Jaun.

Wichtig sei auch der «Wild-West-Käse». Kleinere Perlen sind für ihn der halbharte Büffelkäse. Stark entwickelt habe sich die vegetarische Küche. Um mithalten zu können, verwendet man bei der Fabrikation mikrobielles Lab. Auch in Zukunft will die Bergkäserei auf innovative Produkte setzen. Dazu hat man mit dem bekannten Gastronom Stefan Wiesner vom Restaurant Rössli in Escholzmatt eine Vereinbarung getroffen. «Erste Versuche mit dem ‹Hexer› sind bereits angelaufen», erklärt Jaun. Ganz generell sagt der Geschäftsführer: «Wir bewegen uns in einer Produktionsnische und versuchen, uns in einem hart umkämpften Markt zu behaupten.»

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