Interview

Marcel Schwerzmann: «Ich bin äusserst gut einschätzbar»

Der parteilose Finanzdirektor Marcel Schwerzmann (54) aus Kriens erklärt, wie er seine Wahlchancen beurteilt und nimmt Stellung dazu, wie sein Wahlkampf aussieht.

Roseline Troxler
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Regierungsrat Marcel Schwerzmann. (Bild: Boris Bürgisser)

Regierungsrat Marcel Schwerzmann. (Bild: Boris Bürgisser)

Weshalb haben Sie sich so lange Zeit gelassen, um Ihre erneute Kandidatur bekanntzugeben?

Marcel Schwerzmann: Ich wollte mich nicht zu früh dem Wahlkampf aussetzen. Und als Parteiloser habe ich das Privileg kürzester Entscheidungswege.

Weshalb sind Sie in keiner Partei?

Ich wurde 2007 vom Volk klar als Parteiloser gewählt. Damit ist ein Parteieintritt für mich kein Thema mehr. Wähler könnten Sie als Parteimitglied aber besser einschätzen. Wähler wählen bei Majorzwahlen Köpfe, nicht Parteien. Nach zwölf Jahren wissen die Luzernerinnen und Luzerner, wofür ich stehe. Ich bin äusserst gut einschätzbar für die Bevölkerung. Dies umso mehr, als ich mich auf einige Themen beschränke.

Wie sieht Ihr Wahlkampf aus?

Wir haben gute Arbeit geleistet, über Details lässt sich immer streiten. Es gibt keinen Grund vom Kurs abzuweichen. Deshalb setze ich nicht auf einen Einzelwahlkampf und stehe für die Wiederwahl aller Bisheriger und für Fabian Peter ein.

Wie gross ist Ihr Wahlbudget?

Es liegt in einem fünfstelligen Bereich.

Sie werden nur auf vier Listen unterstützt. Sind Sie enttäuscht?

Die Anzahl hat eine beschränkte Aussagekraft. Wichtig ist, wer dahinter steht. Ich bin es mir gewohnt, dass mein Name nicht auf vielen Listen steht.

Wie beurteilen Sie Ihre Wiederwahlchance?

Ich erachte sie als gut. Die Bevölkerung wird eine Richtungswahl vornehmen. Es werden wohl für weitere vier Jahre fünf Männer regieren.

Wer ist dafür verantwortlich?

Die Kandidaten und Wähler. Ich werde oft darauf angesprochen. Doch ich fühle mich nicht verantwortlich. Natürlich ist das Klima in einem gemischten Gremium anders. Die Regierung arbeitet in der Zusammensetzung, die gewählt ist.

Ist das Ihre letzte Legislatur?

Ich werde nicht mit 65 als Regierungsrat in Pension gehen. Für mich wird es bestimmt ein Berufsleben nach dem Regierungsrat geben.

Eine Abwahl wäre von der Rente her lukrativer als ein Rücktritt.

Niemand kandidiert, um abgewählt zu werden.

Wie verbringen Sie den Wahltag?

Ich weiss es noch nicht, werde aber keine schlaflose Nacht haben. Der Wahlkampf dauert vier Jahre, da kann man nicht im letzten Moment noch etwas bewirken.