MARION STUTZ: «Miss 1291»: Dementi mit Freundeskreis-Foto

Nach wie vor ist die rassistische Fan-Gruppe der Miss-Schweiz-Kandidatin Marion Stutz aus Hochdorf online – und zieht weitere Mitglieder an. Stutz will sich nun endgültig reinwaschen.

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Das von Marion Stutz (Bildmitte) veröffentlichte Foto. (Screenshot marionstutz.com; Gesichter von der Redaktion unkenntlich gemacht, um die Privatsphäre der Personen zu schützen)

Das von Marion Stutz (Bildmitte) veröffentlichte Foto. (Screenshot marionstutz.com; Gesichter von der Redaktion unkenntlich gemacht, um die Privatsphäre der Personen zu schützen)

Den Vermerk «Eine waschechte 1291 Schweizerin» im Lebenslauf auf Marion Stutz' Website hatte die Gratiszeitung «20 Minuten» zum Anlass genommen, mit dieser Bezeichnung einen Artikel zu titeln und ausserdem im Lead zu schreiben: «Die Luzernerin setzt voll auf Swissness – und sich damit in die rechte Ecke. Ist ihr das bewusst?» Im Artikel wird dann die Miss-Schweiz-Finalistin so zitiert, dass sie sich so nenne, «weil ich oft für eine Russin gehalten werde.» «Ich habe überhaupt nichts gegen Ausländer, mein Freundeskreis ist multikulturell», sagte Stutz später gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung.

Zahlreiche kritische Kommentare
Und das will sie jetzt auch beweisen. Gerade jetzt, wo Stutz aufgrund eines rassistischen Fanklubs auf Facebook erneut in die Schlagzeilen geraten ist. Dieser ist trotz Meldung nach wie vor nicht gelöscht worden und zählt derzeit über 100 Mitglieder. Es gibt inzwischen aber auch zahlreiche Kommentare, in denen die Aktion aufs Schärfste verurteilt wird. Gleichzeitig ist auch die offizielle Fangruppe von Marion Stutz auf rund 180 Mitglieder angewachsen. Von Facebook war am Mittwoch keine Stellungnahme zu bekommen. Nur die Mailrückantwort, dass es aufgrund der «zahlreichen Anfragen unmöglich ist, jedem Medienvertreter sofort zu antworten». Stellt sich die Frage nach der Verlässlichkeit der Melde-Funktion verdächtiger Facebook-Gruppen.

Kollegen aus sieben Nationen
«Dass 'mein 1291' einen solchen Wirbel auslöste, hätte ich nie gedacht. Einen Wirbel, der mich inzwischen auch belastet», schreibt Stutz auf ihrer Website. Sie wolle und wollte «auf keine Art und Weise» mit der rechtsextremen Szene in Verbindung gebracht werden, stellt sie fest. «Ich erachte es lediglich als Privileg, in ein so schönes Land geboren zu werden und bin auch sehr stolz darauf, Schweizerin zu sein.» Als «Beweis» für ihre tolerante Gesinnung hat Stutz nun auf ihrer Website ein Foto aufgeschaltet, das sie im Kreis ihres multikulturellen Freundeskreises bei einem Geburtstagsfest im März diesen Jahres im Luzerner Club Loft zeigt. «Ich hoffe, dass nun wieder etwas Ruhe einkehrt, damit ich mich wieder auf die Miss Schweiz-Wahl konzentrieren kann», schliesst Stutz ihren Homepage-Eintrag.

Dave Schläpfer