MARKEN: Brief geht an Auktion für 100'000 Franken weg

Ein kleines Vermögen war ein Bieter am Freitag in Luzern bereit, für eine spezielle Frankatur eines Briefes aus dem Jahr 1850 zu berappen. Das Bieterduell hatte bei 20'000 Franken begonnen.

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Die Mischfrankatur, die am Freitag für 100'000 Franken den Besitzer wechselte. (Bild pd)

Die Mischfrankatur, die am Freitag für 100'000 Franken den Besitzer wechselte. (Bild pd)

Am (gestrigen) Donnerstag ist in Luzern die 50. Rölli-Briefmarkenauktion gestartet. Sie dauert drei Tage, bis und mit Samstag. 1200 Bieter machen diesmal mit – das ist Rekord. Aber nur etwa 300 davon sind persönlich in Luzern anwesend. 700 Personen reichten schriftliche Gebote ein und 200 beteiligen sich online an den Versteigerungen.

Täglich 1 Million Umsatz
Gemäss den Auktionshaus-Inhabern werden an einer Rölli-Briefmarkenauktion rund 3 Millionen Franken umgesetzt, also durchschnittlich 1 Million pro Tag. Das Auktionshaus bezieht eine Provision von 19 Prozent, der effektive Kaufpreis geht an den früheren Besitzer.

Am ersten Tag wurde gemäss Medienmitteilung eine Verkaufsquote von 90% erzielt. Flugpost (inkl. Zeppelin) ab Liechtenstein habe Preise oft weit über dem Katalogwert und Sammlungen und Posten aller Gebiete oft fünf- bis zehnfache Schätzpreise erzielt. Ganz besonders gefragt seien Marken aus asiatischen Ländern gewesen und auch alte Ansichtskarten.

Einer der Zeppelin-Briefe, die am Donnerstag den Besitzer wechselten. Schätzpreis: 1200 Franken, Zuschlag inkl. Aufgeld: 3550 Franken. (Bild pd)

Fünffaches des Startgebots
Am zweiten Tag kam ein ganz besonderes Stück unter den Hammer: Für einen Nachnahme-Brief 1850 von Diessenhofen nach Pfyn war jemand bereit, 100'000 Franken zu zahlen. Die Seltenheit dieses Briefes basiert auf der Tatsache, dass diese so genannte Mischfrankatur, das heisst zwei typengleiche Marken verschiedener Ausgaben (hier in französischer und deutscher Sprache), bisher unbekannt war, wie es weiter heisst. Es habe sich um richtiges Bieterduell gehandelt; der Startpreis lag bei 20'000 Franken.

Damit wurden die Erwartungen der Auktionshausinhaber weit übertroffen, die im Vorfeld damit gerechnet hatten, dass der diesjährige Höchstpreis bei 30'000 bis 60'000 Franken liegt – ebenfalls für eine Mischfrankatur, jedoch aus dem Jahr 1911.

Hugo Bischof/Neue LZ; scd