MARKUSKIRCHE: Facelifting für alte englische Kirche

Die frühere anglikanische Kirche an der Haldenstrasse ist umfassend saniert worden. Das freut nicht nur den Pastor – auch die Denkmalpflege ist begeistert.

Chiara Stäheli
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Architekt Luca Deon (links) und Denkmalpfleger Marcus Casutt in der renovierten Markuskirche. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 18. Oktober 2017))

Architekt Luca Deon (links) und Denkmalpfleger Marcus Casutt in der renovierten Markuskirche. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 18. Oktober 2017))

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

Nach zahlreichen Diskussionen, schweisstreibenden Freiwilligeneinsätzen und vielen Planungssitzungen erstrahlt die Markuskirche an der Luzerner Haldenstrasse in neuem Glanz. Vier Monate hat der Umbau gedauert. «Wir sind stolz auf den Umbau, der uns eine zeitgenössische Nutzung der über hundertjährigen Kirche ermöglicht», meint Marek Kolman, Pastor der Markuskirche. Mit dem Umbau hätten die sanierungsbedürftige Kirche aufgewertet und die Platzprobleme beseitigt werden können.

Die Markuskirche gegenüber dem Casino wurde 1898 für die anglikanische Gemeinde und englische Touristen gebaut. 1984 ging sie an die «Gemeinde für Urchristentum» über, die sich heute «Markuskirche Luzern» nennt. Die Gemeinde mit rund 250 Mitgliedern gehört der «Bewegung Plus Schweiz» an, einem Verbund von Freikirchen.

Begegnungsinsel und Dolmetscherkabinen

Vor dem Umbau war die Kirche durch Trennwände in mehrere Räume unterteilt. Der Bau wirkte eng, schwerfällig und düster. Dieser Zustand sei den vielfältigen Bedürfnissen der Kirchenmitglieder nicht mehr gerecht geworden, meint Luca Deon. Er ist Architekt und ebenfalls Mitglied der Freikirche. «Das Herzstück des Umbaus ist die Begegnungsinsel, die den Kirchenraum vom Foyer trennt. Sie ist multifunktional und enthält die Treppe zur vielfältig nutzbaren Empore, eine Küche mit Theke sowie die gesamten Technikanlagen inklusive der Dolmetscherkabinen», erklärt Deon. Da die Gottesdienste meist auf Schweizerdeutsch gehalten werden, gibt es den Dolmetscherservice für die hochdeutsche Version.

Besonders das neu gestaltete Foyer ist laut Marek Kolman eine grosse Bereicherung: «Die Begegnungen nach dem Gottesdienst sind für unsere Besucher von grosser Bedeutung. Das grosse, offene Foyer bietet endlich genügend Platz für alle Leute.» Mittels zweier Flügeltüren kann der Kirchenraum vom Foyer abgetrennt werden. Dadurch können dank der schalldichten Begegnungsinsel die Empore, das Foyer und der Kirchenraum gleichzeitig für verschiedene Zwecke genutzt werden. So findet etwa auf der Empore jeweils während des Gottesdienstes der Kinderhort statt.

Da die Markuskirche denkmalgeschützt ist, war auch der Gebietsdenkmalpfleger Marcus Casutt am Projekt beteiligt. «An vielen Orten geht die Nutzung der alten Kirchen verloren. In der Markuskirche finden wir eine aktive christliche Gemeinde vor, die ein wunderbares Beispiel für die lebendige Kirchennutzung darstellt», schwärmt Casutt. Er verweist dabei auch auf die gute Zusammenarbeit mit dem Projektteam und hebt die gelungene Gestaltung der Begegnungsinsel hervor. Diese gliedere sich trotz ihrer Modernität sehr gut in die bestehende Kirche ein.

Mitglieder halfen beim Umbau mit

Der Umbau verursachte Kosten in der Höhe von 720 000 Franken. Diese konnten durch Spenden, Darlehen und Stiftungsbeiträge gedeckt werden. Zudem engagierten sich laut Daniel Bachmann, Leiter der Baukommission, zahlreiche Mitglieder am Umbau: «Rund 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit stecken in diesem Projekt. Die Kirchenmitglieder halfen beim Abbruch, bei Elektro-, Maler- und Lasierarbeiten.» Diese Mitarbeit sei auch für die Helfer ein positives Erlebnis gewesen, man sei stolz auf das gemeinsame Werk.

Diesen Sonntag findet ein Gottesdienst zur Wiedereinweihung statt. Und obwohl nun dank dem Umbau tatsächlich mehr Raum geschaffen wurde, bleibt dieser Anlass aus Platzgründen den Kirchenmitgliedern vorbehalten. Interessierte Besucher haben aber am Samstag Gelegenheit, die Kirche zu besichtigen. Dabei werden auch Führungen angeboten (10 bis 17 Uhr).