MARTIN DUDLE: «Köfferlifasnächtler, na und?»

Die Fasnacht bezeichnet Martin Dudle als sein im Moment grösstes Hobby. Für ihn ist das LFK-Präsidium ein Höhepunkt in seiner langjährigen Zeit als aktiver Fasnächtler.

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LFK-Präsident Martin Dudle mit dem «Chnorri-Maronni» in seinem Büro auf der Gemeindeverwaltung in Buochs. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

LFK-Präsident Martin Dudle mit dem «Chnorri-Maronni» in seinem Büro auf der Gemeindeverwaltung in Buochs. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Organisieren und ein Team zu führen, ist sich Martin Dudle gewohnt. Im Job leitet er als Gemeindeschreiber von Buochs eine Verwaltung mit 20 Angestellten, und im Militär führte der 41-Jährige als Oberst ein Infanterie-Bataillon. In diesem Fasnachtsjahr stellt sich Martin Dudle aber einer ganz anderen Führungsaufgabe: Als Präsident des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK) ist er oberster Fasnächtler und damit Schirmherr der beiden grossen Umzüge in Luzern. Mit seinem Team koordiniert er zudem verschiedene Rahmenaktivitäten rund um die Fasnacht. Schon im letzten Juni wurde Dudle zum LFK-Präsidenten gewählt. «So richtig los mit der Arbeit ging es aber erst nach Weihnachten», erklärt er. «Es sind vor allem Organisationsaufgaben und Sitzungstermine, die ich in meinem Amt erledigen muss.»

Mit Anzug und Krawatte
Der LFK-Präsident trete weniger in Kontakt mit der Öffentlichkeit, wie das Zunftmeister tun. Und die Fasnacht verbringe er praktisch ausschliesslich im schwarzen Anzug mit Krawatte: «Man bezeichnet uns darum häufig auch als ?Köfferlifasnächtler?», erklärt Dudle und fügt zugleich lachend an: «Deswegen bin ich aber nicht beleidigt. Ich bin ein bekennender ?Köfferlifasnächtler?». An Fasnachtsanlässen erkennt man den LFK-Präsidenten nicht nur an seinem dunklen Anzug, führt er doch immer die typischen LFK-Symbole mit sich: Um den Hals trägt er die Präsidenten-Kette und als Zepter hält er die Fasnachtsfigur «Chnorri-Maronni» in der Hand. «Die Symbole sind ein Zeichen der Macht des Präsidenten», erklärt Dudle mit einem Lachen. Ab kommenden Donnerstag wird man den LFK-Präsidenten an den grossen Anlässen in der Stadt Luzern sehen. Schon jetzt kann er den Urknall kaum erwarten: «Ich freue mich auf die Fasnacht 2009 wie ein kleines Kind.» Als LFK-Präsident fährt er bei den Umzügen am Schmutzigen Donnerstag und am Güdismändig mit. «Auch die Strassenfasnacht werde ich besuchen», ergänzt er.

Mitglied der Zunft zu Safran
Für Martin Dudle ist das LFK-Präsidium ein Höhepunkt in seiner langjährigen Zeit als aktiver Fasnächtler. Aufgewachsen in der Luzerner Altstadt an der Weggisgasse – seine Eltern führten die traditionelle Konditorei Dudle – wurde er schon von Kind auf mit dem Fasnachtsvirus infiziert Aber erst im Alter von zwanzig Jahren wurde er ein richtig aktiver Fasnächtler. Als Paukist spielte er in verschiedenen Guuggenmusigen und zuletzt in einer Kleinformation. Seit 1993 ist Dudle in der Zunft zu Safran. Als deren Delegierter wirkte er die letzten neun Jahre im LFK und war dort Präsident des Umzugskomitees. «Mit den Aufgaben und Arbeiten des LFK-Präsidenten konnte ich mich so bereits vertraut machen und Erfahrungen sammeln», beschreibt er diese Zeit. Für sein Amtsjahr hat er sich unter anderem zum Ziel gesetzt, mehr Geld einzunehmen, um dieses wieder in die Fasnacht zu reinvestieren. Das LFK finanziert sich zum grössten Teil via Plakettenverkauf, Mitgliederbeiträge gibt es keine. «Wir wollen den Plakettenverkauf um 10 Prozent steigern, um zusätzliche Aktivitäten im Bereich Maskenwesen zu finanzieren. Dafür haben wir die Verkaufs- und Marketingaktivitäten in diesem Jahr intensiviert», sagt Dudle stolz und räumt zugleich ein: «Verkaufszahlen gibt das LFK aber nicht bekannt.»

Fasnacht statt Sport
Die Fasnacht bezeichnet Martin Dudle als sein im Moment grösstes Hobby. Daneben betreibt er in seiner Freizeit am liebsten Sport: Inline-Skaten und Langlauf. Nach der Fasnacht will er sich wieder mehr Zeit für diese Aktivitäten nehmen: «Dann ist wieder mehr Ruhe angesagt, die ich mit meiner Frau bei Kanalboot-Ferien in Südfrankreich geniesse. Doch zuerst freuen wir uns auf eine rüüdig verreckte Fasnacht.»

Ernst Meier