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Maschinen, Metall und Tabak: Was Luzern in die Welt exportiert

Die Schweiz ist bei Ausfuhren Spitze. Der Blick auf einzelne Kantone fördert dabei spannende Details zutage.
Sasa Rasic

Im letzten Jahr exportierten Luzerner Unternehmen Waren im Wert von insgesamt 5,2 Milliarden Franken. Das sind 8,2 Prozent mehr als 2017 und der höchste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 1995. Damit sind die Luzerner Ausfuhren stärker gewachsen als der nationale Durchschnitt (5,7 Prozent). Die Exporte des Kantons haben 2018 damit 2,3 Prozent aller Schweizer Ausfuhren (229,7 Milliarden Franken) ausgemacht, wie die Aussenhandelsstatistik der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) zeigt.

Mit Abstand am wichtigsten ist für Luzern dabei der europäische Raum. 67 Prozent aller Ausfuhren gehen in dieses Zielgebiet – allein 29,8 Prozent nach Deutschland. Diese Werte übertreffen die nationalen Durchschnittszahlen deutlich (Europa: 54,7 Prozent; Deutschland 18,8 Prozent).

Von der Geografie her ist die Wichtigkeit Europas für Exporte aus der Schweiz gegeben. Luzern weist jedoch einige, auffällige Unterschiede im Vergleich zum nationalen Schnitt auf. So liefert die Schweiz mit 1,6 Prozent aller ihrer Exporte relativ wenig nach Afrika. Bei den Luzerner Ausfuhren hingegen waren 2018 sogar 5,9 Prozent für Afrika bestimmt. Das ist eine Zunahme von gut 40 Prozent im Vergleich zu 2017. Nach Afrika exportiert wurden aus Luzern insbesondere landwirtschaftliche Produkte (79,2 Prozent). Zum Vergleich: Beim nationalen Schnitt aller Exporte nach Afrika macht die Landwirtschaft lediglich 10,7 Prozent aus.

Die genaue Zusammensetzung der Exporte dieser Kategorie wird in der Statistik nur für die gesamte Schweiz erhoben. Diese zeigen folgendes Bild: Im Vorjahr wurden aus dem landwirtschaftlichen Bereich Waren im Wert von gut 392 Millionen Franken von der Schweiz nach Afrika exportiert. Über 56 Prozent (222 Millionen Franken) davon stammen aus der Kategorie Tabak und insbesondere Tabakfabrikate. Insgesamt hatten 35,5 Prozent aller Schweizer Tabakausfuhren 2018 Afrika als Destination (siehe Box unten).

Metalle und Maschinen sind am wichtigsten

Die wichtigsten Exportkategorien für den Kanton Luzern waren 2018 jedoch mit Abstand Maschinen, Apparate und Elektronik (23,1 Prozent) und Metalle (19,2 Prozent), die zusammen 42,3 Prozent aller Luzerner Exporte ausmachen. Im nationalen Durchschnitt sind diese Werte deutlich tiefer mit 14,2 Prozent für die Maschinen und 5,9 Prozent bei den Metallen. Im nationalen Durchschnitt stellten im Jahr 2018 pharmazeutisch-chemische Produkten (45,3 Prozent) und Präzisionsinstrumente und Uhren (21,4 Prozent) die Exportschlager dar.

Von den Luzerner Exporten nach Amerika (12,76 Prozent der Kantonsausfuhren) entfallen über die Hälfte auf zwei Kategorien: Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie (26,6 Prozent) sowie Maschinen, Apparate und Elektronik (25 Prozent). Die Maschinen stellen mit 29 Prozent auch die wichtigste Warengruppe für die Luzerner Ausfuhren nach Asien (Anteil 13,73 Prozent) dar. Maschinen, Apparate und Elektronik sind ebenfalls die zweitwichtigste Gruppe der Kantonsausfuhren nach Europa (22,1 Prozent). Sie werden nur noch von den Metallen übertroffen (24,1 Prozent).

Strassen als häufigster Transportweg

In einer Analyse zu den Exportzahlen hat Lustat Statistik Luzern die Transportwege unter die Lupe genommen. Die Waren des Kantons Luzern wurden im Jahr 2018 überwiegend auf der Strasse transportiert (74,6 Prozent der Werte in Franken). An zweiter Stelle folgen Luftverkehr (17,2 Prozent) und Bahn (5,4 Prozent). Auch hier zeigen sich Unterschiede zum nationalen Durchschnitt, wo das Flugzeug deutlich häufiger eingesetzt wurde (Strasse: 55 Prozent. Luftverkehr 39,7 Prozent. Bahn 2,3 Prozent).

Ein etwas anderes Bild zeigt sich, wenn man statt des Wertes der Waren ihr Gewicht als Ausgangslage für die Berechnung der Transportarten nimmt. Aus dieser Perspektive nämlich gewinnt die Bahn an Wichtigkeit und jene des Luftverkehrs wird weiter relativiert. Der Kanton Luzern hat 2018 knapp 19450 Tonnen Waren exportiert. Davon wurden 79,5 Prozent per Strasse, 17,6 Prozent per Bahn und lediglich 0,2 Prozent per Flugzeug transportiert. Auf nationaler Ebene zeigt sich auch bei dieser Betrachtungsweise, dass für die Gesamtschweiz der Luftverkehr (4,2 Prozent) deutlich wichtiger ist als für den Kanton Luzern.


Kontroverse um Tabak-Exporte

Im Jahr 2016 wurden rund 75 Prozent aller in der Schweiz produzierten Zigaretten exportiert. Die NGO Public Eye hat diesen Markt unlängst genauer unter die Lupe genommen und Vorwürfe gegen die Hersteller erhoben. Labortests zeigten, dass in der Schweiz hergestellte Zigaretten, die für den Export nach Marokko vorgesehen sind, teilweise deutlich mehr Schadstoffe wie Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid enthalten als jene, die für die Schweiz oder Frankreich bestimmt sind. Die Tabakfirmen haben die Unterschiede mit unterschiedlichen Präferenzen der Konsumenten je nach Land begründet. Zudem seien die Abweichungen etwa beim Nikotin innerhalb der geltenden Norm. (ras)

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