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Maskenbauerin arbeitet in Kriens schon seit Mai an den Sujets für die nächste Fasnacht

Maskenbauer sind oft Männer. Mit Petra Büchli mischt in Luzern seit einigen Jahre eine junge Frau mit. In ihre Arbeit investiert sie viel Herzblut, obwohl sie selbst nie eine eingefleischte Fasnächtlerin war.
Natalie Ehrenzweig
Petra Büchli in ihrem Atelier an der Wyssmattstrasse in Kriens. (Bilder: Manuela Jans-Koch (28. Dezember 2018))
Die Totenköpfe warten auf ihren Einsatz an der Fasnacht.
Lustige und «gfürchige» Masken im Atelier von Petra Büchli.
Petra Büchli präsentiert eine Eulenmaske.
Für die Herstellung ist viel Material nötig.
Ein prächtig geschmückter Kopf steht kurz vor der Vollendung.
Diverse Utensilien für die Feinarbeit...
... und die Kolorierung.
8 Bilder

Das Atelier der Krienser Maskenbauerin Petra Büchli

Grimmig und fast ein bisschen verzweifelt starrt der alte Mann quer durch den Raum. Die buschigen, grauen Augenbrauen verleihen seinem Gesicht einen etwas traurigen Ausdruck, der Mund ist verbittert, verkniffen. Das ist eine von vielen Masken, die Petra Büchli (34) gebaut hat.

«Schon als Kind habe ich sehr gerne gezeichnet und gemalt. Doch statt die Hochschule Luzern – Design & Kunst zu absolvieren, habe ich das KV gemacht. Und bereits in meiner Ausbildung merkte ich, dass mir in meinem Beruf was fehlt, obwohl ich gerne im Büro arbeite», sagt die gebürtige Littauerin, die heute in Kriens ihr Atelier hat. So kam sie zu einer Maskenbildnerschule in Waldshut DE. «Die Skulpturen, die die Studierenden dort hergestellt hatten, das Modellieren, faszinierten mich ebenso wie die kreative Energie, die an dieser Schule herrschte», schwärmt sie. Die einjährige Ausbildung bereitete sie vor allem auf die Arbeit für Spezialeffekte für Film- und Fernsehen vor. Doch ihr wurde schnell klar, dass das alleine nicht ihren Schwerpunkt bilden würde.

Zur Luzerner Fasnacht kam Büchli bereits als Kind. Sie besuchte diese mit ihren Eltern, bastelte Verkleidungen. «Aber so eine eingefleischte Fasnächtlerin war ich nie. Mich fasziniert aber, wie die Menschen sich in ihre Sujets hineingeben. Sie kommen mit ihren Ideen zu mir und zusammen versuchen wir, diese umzusetzen, lassen gemeinsam etwas entstehen», sagt Büchli.

Es treffen zwei Leidenschaften aufeinander

Schon im Mai kommt jeweils die erste Guuggenmusig zur Maskenbildnerin ins Atelier in Kriens, um Sujetvorstellungen zu besprechen. So verteile sich die Arbeit gut über das Jahr. Die Musigen haben ein Budget. «Doch in jeder meiner Masken stecken mein Herzblut und viele Stunden Arbeit. Das ist meinen Kunden das Honorar wert», meint sie lachend. In Büchlis Atelier treffen zwei Leidenschaften aufeinander: jene der Fasnächtler für die Verkleidung und ihre Modellierleidenschaft. «Wenn ich den Kunden ihre Maske zum ersten Mal zeige, beobachte ich ihre Gesichter. Ihre Begeisterung oder Verblüffung ist jeweils unbezahlbar.» Weiter sagt sie: «Wenn ich nicht berücksichtigen müsste, dass für die Kunden das Tragen der Masken möglichst angenehm sein sollte und sie damit Instrumente spielen müssen, wäre ich noch viel freier beim Modellieren. Unter anderem ist aber genau das eine der Herausforderungen, die meine Arbeit interessant macht», meint sie lachend.

Als eine der wenigen Frauen, die in Luzern Fasnachtsmasken baut, denkt Petra Büchli, dass sie anders modelliert als Männer: «Ich könnte mir vorstellen, dass ich anders beobachte, detailliertere Ausdrücke mache. Aber vielleicht ist das auch eher eine Frage der Persönlichkeit und des individuellen Stils des Künstlers als des Geschlechts.»

Büchli stellt auch Körperteile für die Medizin her

Wenn die leidenschaftliche Berggängerin gerade keine Fasnachtsmasken modelliert oder ihrem Teilzeitjob im Büro nachgeht, nimmt sie ganz unterschiedliche Aufträge an: Sie schminkt Menschen für Partys oder natürlich für die Fasnacht. Sie wird für Shootings, Events, verschiedene Film- und Videoprojekte gebucht und stellt Tischdekorationen her.

Weiter beschäftigt sich Büchli mit abgerissenen Gliedmassen und künstlichen Darmausgängen: «Für medizinische Ausbildungszwecke modelliere ich Unfallwunden und sogenannte Moulagen. Das sind originalgetreue Nachbildungen von Körperteilen zur naturnahen Wiedergabe menschlicher Krankheitsbilder.» Zwischen all diesen unterschiedlichen Tätigkeiten möchte sie auf keinen Fall wählen: «So, wie ich jetzt arbeite, gefällt es mir sehr.» Dazu benötige sie viel Menschenkenntnis, eine gute Beobachtungsgabe und auch Empathie. «Vor allem beim Schminken kommt man den Menschen sehr nahe», sagt sie. Und ich muss mir immer vorstellen können, wie ich die Ideen auch umsetzen kann.»

Jetzt, kurz vor Start der Fasnacht, hat Petra Büchli Endspurt. Selbst ist sie nur selten im närrischen Treiben zu sehen. «Doch wenn ich Zeit habe, drehe ich eine Runde durch die Stadt, um die vielen kreativen Sujets der Fasnächtler zu bewundern.»

Weitere Infos: www.maskenbildner-petrab.com

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