Maskenpflicht in Läden? Regierungsrat informiert vorsorglich Luzerner Detailhändler

Im Falle einer Maskenpflicht müssten Läden innerhalb von drei Tagen die neuen Vorschriften erfüllen. Um auf den Fall der Fälle vorbereitet zu sein, informierte der Kanton Luzern deshalb die Detailhandelsorganisationen über die Planung und mögliche Umsetzung.

Niels Jost und Pablo Mathis
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Sollte sich die Lage verschlechtern, könnte der Kanton Luzern in Läden eine Maskenpflicht einführen. Um für diese Massnahme gewappnet zu sein, informierte der Kantonale Führungsstab am Donnerstagnachmittag die Organisationen des Luzerner Detailhandels über die Eventualplanung. «Ziel dieser vorsorglichen Information ist es, dass sich die Luzerner Detaillisten rechtzeitig vorbereiten können», lässt sich Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) in einer Mitteilung zitieren. Graf betont aber, dass aktuell keine konkrete Absicht bestehe, eine Maskentragpflicht einzuführen.

Nach bisherigem Stand würde eine solche Maskentragpflicht in den Innenräumen von Einkaufsläden, Einkaufszentren und Märkten gelten. Geschlossene Besucherpassagen wären ebenfalls betroffen. Ausnahmen würden für Betriebe gelten, bei denen sich die Kundschaft ausschliesslich im Freien aufhält, wie beispielsweise an Wochenmärkten, bei gewissen Kiosken oder in den Besucherpassagen am Luzerner Bahnhof. Ausgeschlossen wären ausserdem Läden mit einer Fläche bis maximal 80 Quadratmeter, bei denen ein Abstand von eineinhalb Metern gewährleistet und sich nicht mehr als zehn Personen, inklusive der Angestellten, aufhalten.

Wie auch im öffentlichen Verkehr wären Kinder unter zwölf Jahren sowie Menschen, die aus speziellen Gründen keine Maske tragen können, von der Maskenpflicht ausgenommen. Wird beim Kontakt mit der Kundschaft auf eine physische Vorrichtung wie eine Plexiglasscheibe zurückgegriffen, entfällt die Pflicht ebenfalls. Das Tragen eines Visiers beim direkten Kundenkontakt werde hingegen als unzureichend erachtet.

Detaillistenverband nach wie vor gegen Maskenpflicht

Der Luzerner KMU- und Detaillistenverband begrüsst es, dass der Regierungsrat nun proaktiv über die mögliche Maskentragpflicht informiert hat, wie Geschäftsführer Rolf Bossart auf Anfrage sagt. «Schliesslich hat er das diese Woche im Kantonsparlament versprochen», so der SVP-Kantonsrat aus Schenkon.

In den vergangenen Wochen hat sich der Detaillistenverband immer wieder gegen eine Maskenpflicht in den Läden ausgesprochen. Bossart erachtet es daher als positiv, dass der Kanton den Entscheid, ob eine Pflicht eingeführt wird oder nicht, nicht alleine von den Fallzahlen abhängig machen würde, sondern auch von weiteren Faktoren, wie zum Beispiel der Behandlungskapazität der Spitäler, der Situation in benachbarten Kantonen oder wirtschaftlichen Aspekten. Angesprochen auf Letztere sagt Bossart: «Eine Maskenpflicht würde zu Umsatzeinbussen führen.» Ohnehin sei nicht bewiesen, dass im Detailhandel ein erhöhtes Ansteckungsrisiko bestehe, so der Unternehmer.

Kaum Mehraufwand für Läden

Doch was ist, wenn die Maskenpflicht tatsächlich angeordnet wird und innert dreier Tage umgesetzt werden muss? Bossart, dessen Verband rund 600 Mitglieder zählt, sagt:

«Die Läden und Geschäfte wären vorbereitet.»

So hätten die Behörden versichert, dass genügend Masken wie auch Desinfektionsmittel gelagert seien. Die Schutzkonzepte in den Betrieben müssten zudem kaum angepasst werden. «Diese haben sich bewährt», so Bossart. Damit meint der 57-Jährige unter anderem die Plexiglasscheiben bei den Kassen. Dank diesen müssten die Mitarbeiter auch bei einer Maskenpflicht keinen Mundschutz tragen.