Kommentar

Maskenpflicht in den Läden: Zentralschweizer Kantone müssen sich absprechen

Die Zentralschweizer Kantone dürfen sich bei einer allfälligen Maskenpflicht in Läden vom Bund nicht unter Druck setzen lassen. Entscheidend sind ein gemeinsames Vorgehen und eine fundierte Faktenlage.

Alexander von Däniken
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Alexander von Däniken

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Die Ansage des Bundesamts für Gesundheit ist klar: Die Kantone sollen eine generelle Maskenpflicht in Läden prüfen. Nur zögern bis jetzt die meisten Kantone – auch in der Zentralschweiz. Und das ist richtig so. Was Genf, Waadt und Jura bereits beschlossen haben, macht nicht automatisch für einzelne Kleinkantone wie Uri oder Obwalden Sinn. Vorausgesetzt, der Bund drückt nicht eine nationale Lösung durch, braucht es ein regional koordiniertes Vorgehen. Ein Flickenteppich in der kleinräumigen Zentralschweiz verwirrt die Bürger und ist kontraproduktiv. Man stelle sich vor, in Luzern gälte eine Maskenpflicht, in Nidwalden mit dem von vielen Luzernern frequentierten Länderpark Stans aber nicht.

Die Zentralschweizer Kantonsregierungen sollten aber nicht nur untereinander die Köpfe zusammenstecken, sondern auch das Gespräch mit den jeweiligen Parlaments- und Detaillistenvertretern suchen. Falls es zu einer Maskenpflicht in den Läden kommt, muss diese breit abgestützt sein, damit sie konsequent umgesetzt wird.

Braucht es denn eine Maskenpflicht? Die Frage kann im Moment nicht eindeutig beantwortet werden. Auch weil Fakten fehlen. Das BAG hat selbst in einer am Sonntag korrigierten Liste nicht aufzeigen können, wie viele Neuinfektionen beim Einkaufen passiert sind. Eine Studie des Kantons Bern hingegen zeigt, dass in Läden ein erhebliches Ansteckungsrisiko besteht. Das wäre eine Steilvorlage für eine fundierte Analyse durch die Zentralschweizer Kantone.

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