Maskenpflicht in Läden: Luzerner Regierung hat richtig entschieden, aber zu spät informiert

Die generelle Maskenpflicht in Geschäften kommt bei den Detaillisten schlecht an. Doch die Luzerner Regierung hat, der Not gehorchend, gar nicht anders entscheiden können. Dennoch hat sie nicht alles richtig gemacht.

Lukas Nussbaumer
Drucken
Teilen
Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer.

Die Luzerner Regierung verordnet ab Samstag eine Maskenpflicht in allen Läden, unabhängig von deren Grösse. Damit folgt sie den Zuger Behörden, die den gleichen Entscheid schon letzte Woche trafen. Beide haben richtig gehandelt, wie die auch in der Zentralschweiz rasant steigende Zahl der Coronafälle nahe legt.

So ist der Kanton Schwyz, der die Maskenpflicht ebenfalls verschärft und die nächste Parlamentssitzung abgesagt hat, nach Genf inzwischen die am zweitstärksten betroffene Region. Nid- und Obwalden weisen Werte nahe beim Schweizer Mittel auf, Luzern und Uri liegen noch etwas darunter. Es erstaunt deshalb nicht, hat gestern auch Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga ihrer Besorgnis mit ernsten Worten Ausdruck verliehen: «Es ist wieder fünf vor zwölf.»

Hat die Luzerner Regierung also alles richtig gemacht? Nein. Bis vor kurzem versprach sie noch, auf jeden Fall eine differenzierte Pflicht anzuordnen. Nun verfolgt sie, der Not gehorchend, ein rigideres Konzept – ohne diesen Schritt der Öffentlichkeit zeitnah zu erklären. Zwar wurden die Läden und Einkaufszentren am Mittwoch informiert, die Allgemeinheit soll aber offiziell erst heute davon erfahren – am Tag vor der Einführung der schärferen Massnahmen. Womöglich erweisen sich die getroffenen Entscheide heute, am Tag der offiziellen Kommunikation, ohnehin bereits als veraltet: Dann, wenn der Bundesrat und die Kantonsregierungen für das ganze Land ähnliche Einschränkungen beschliessen.