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MASTERPLAN: Meggen will moderat wachsen

Die Baulandreserven sind ausgeschöpft. Trotzdem soll die Gemeinde gezielt entwickelt werden. Dabei soll auch mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen.
Blick auf die Gemeinde Meggen. (Bild: pd)

Blick auf die Gemeinde Meggen. (Bild: pd)

Fast hätten die Stühle nicht ausgereicht. Rund 230 Bürger versammelten sich am Montagabend im Gemeindesaal Meggen. Der Gemeinderat informierte über den Masterplan Meggen Zentrum: die Vision, wie sich das Dorf entlang der Hauptstrasse baulich entwickeln soll. Raumplanungsgesetz, Richtplan, Zonenplan, Bebauungsziffer: Bauwillige Grundeigentümer bewegen sich jetzt schon in einem dichten Netz gesetzlicher Vorgaben. Muss dieses noch durch einen weiteren Plan ergänzt werden?

Gemeinderat will das Dorf pflegen

Ja, findet der Gemeinderat. Denn ein Masterplan ist kein verbindliches Dokument, sondern eine strategische Ideensammlung. In Meggen werden in Zukunft wohl keine neuen Baugebiete ausgewiesen werden. Der Masterplan soll festlegen, wo Meggen noch Entwicklungspotenzial hat. Dazu wurde im Mai 2016 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die jetzt erste Ergebnisse präsentierte. Bernhard Straub, der als externer Experte in der Arbeitsgruppe mitwirkt, erörterte die Eigenheiten eines Masterplans: «Ein Masterplan ist eine Vision für ein Dorf.» Er sei ein Arbeitsinstrument, um Chancen zu identifizieren und langfristige Ziele zu definieren. Als Extrembeispiel nannte er die Stadt Chicago, die bis heute einem vor 125 Jahren ausgearbeiteten Siedlungsplan folgt. Straub: «Jeder Ort will gepflegt werden. Der Masterplan ist eine Massnahme des Gemeinderates, um Meggen langfristig zu pflegen.»

Aufgrund der Lageanalyse der Arbeitsgruppe formulierte der Gemeinderat Entwicklungsziele. Das Ergebnis: Entwicklungspotenzial besteht vor allem entlang der Hauptstrasse, wo viele ältere Bauten stehen. So definierte der Gemeinderat das Gebiet Sunneziel-Gemeindezentrum-Primarschulhaus-Bahnhof als Perimeter, in dem der Masterplan greifen soll. Gemeindeammann HansPeter Hürlimann (FDP) erklärte die Absichten in diesem Gebiet: Die gute Verkehrsanbindung soll gepflegt und die Wege im Dorf kurz gehalten werden. Wohnen und Arbeiten sollen zusammenrücken, und es soll mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen. Für Neubauten wünscht der Gemeinderat hohe Qualität und energetische Effizienz. Im Fokus stehen auch die Grünräume, die das Dorf durchziehen und die erhalten werden sollen. Insgesamt wird ein moderates Wachstum angestrebt. Hürlimann: «Wenn man nach Meggen kommt, soll man sagen: Es ist schön hier.»

Grundeigentümer reagieren positiv

All diese Überlegungen sind jedoch rein strategischer Natur. Die Planung und Realisierung von Bauvorhaben obliegt – im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen – den Grundeigentümern. Der Gemeinderat erhofft sich nun, dass die Besitzer der meist kleinen Parzellen im Zentrum Meggens im Interesse des Masterplans vermehrt zusammenarbeiten, dass die Einzelbauweise durch Gesamtkonzepte ersetzt wird. Als positives Beispiel nannte Hürlimann das Dorfzentrum mit seinen Gewerbe- und Wohnräumen und der grossen Tiefgarage. Diese Überbauung umfasst mehrere Grundstücke verschiedener Eigentümer.

Die vom Masterplan betroffenen Grundeigentümer wurden bereits vorgängig über die Ideen des Gemeinderats informiert. Laut HansPeter Hürlimann wurden die Ideen des Gemeinderats gut aufgenommen: «Es gibt in diesem Gebiet bauwillige Grundeigentümer. Sie haben jetzt abgewartet, bis der Masterplan formuliert war.»

Der Masterplan sagt nicht, wie das Zentrum von Meggen in 30 Jahren aussehen wird. Er stösst kein konkretes Projekt an. So konnte der Gemeinderat bei detaillierten Fragen der Bürger oft nur vage antworten: mit Verweisen auf die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen oder die noch unbekannten Pläne der Grundeigentümer. Die Diskussion zeigte aber, dass die Megger Bevölkerung sich durchaus Gedanken über die Zukunft ihres Dorfes macht.

Manuel Burkhard

region@luzernerzeitung.ch

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