MATTENHOF: Hier sollen die Cars parkieren

Die Stadt Luzern besitzt im Mattenhof noch ein zweites Grundstück. Dieses soll gemäss der SP das Carproblem im Stadtzentrum lösen. Doch die Stadt hat ganz andere Pläne.

Hugo Bischof
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Das 12 800 Quadratmeter grosse Areal Mattenhof II liegt heute brach. (Bild: Roger Grütter)

Das 12 800 Quadratmeter grosse Areal Mattenhof II liegt heute brach. (Bild: Roger Grütter)

Hugo Bischof

Zwei Areale besass die Stadt Luzern bis vorgestern auf dem in Kriens gelegenen Mattenhof. Eines davon, das städtische Grundstück auf dem Gelände Mattenhof I, geht nach der aktuellen Abstimmung vom Sonntag nun an die Firma Mobimo AG über. Es wird demnächst überbaut zusammen mit dem Grundstück, das die Gemeinde Kriens dort schon 2013 der Mobimo verkaufte. Das zweite städtische Grundstück aber, Mattenhof II südlich der Ringstrasse, bleibt im Besitz der Stadt (siehe Grafik).

Touristen sollen auf die S-Bahn

Wie das 12 800 Quadratmeter grosse Areal Mattenhof II künftig genutzt werden könnte, dazu macht die SP einen brisanten Vorschlag. Geht es nach der Linkspartei, soll hier eine Park-and-ride-Anlage für Cars entstehen. Das schreibt die SP in einem Positionspapier, das unserer Zeitung vorliegt. Der Carparkplatz Mattenhof würde es erlauben, «Cars aus dem Stadtzentrum weitgehend zu verbannen», so die SP. Das sei notwendig, denn «der entsprechende Mehrverkehr und die Überlastung zentraler öffentlicher Plätze mit Cars führen in der Bevölkerung zunehmend zu Skepsis gegenüber dieser Form des Tourismus».

Das heute brachliegende Mattenhof-II-Gelände sei «genügend gross und bestens erschlossen», so die SP. Die Touristen könnten ab der S-Bahn-Haltestelle Mattenhof direkt zum Bahnhof Luzern gelangen. Im Zentrum müssten sie sich zu Fuss fortbewegen, «was aufgrund der kurzen Distanzen zumutbar» sei. Damit spricht sich die SP auch klar gegen die beiden privaten Grossprojekte Parkhaus Musegg sowie Metro aus. Das Parkhaus Musegg gehe die Carproblematik «nur partiell» an, so die SP. Zudem bringe sie dem Luegisland, «einem idyllischen Wohnquartier», ein «gigantisches Tunnelportal» und massiven Mehrverkehr auf der Achse Hirschengraben/Obergrundstrasse. Das Projekt Metro seinerseits sei wegen seiner hohen Kosten zu riskant.

Die Idee eines Carparkplatzes Mattenhof ist nicht ganz neu. SP-Fraktionssprecher Nico van der Heiden erwähnte sie gegenüber unserer Zeitung schon im vergangenen Sommer. Korintha Bärtsch, Fraktionschefin der Grünen, reichte kürzlich einen ähnlichen Vorstoss ein, der vom Stadtrat noch nicht beantwortet wurde. Bürgerliche Parlamentarier und die Vertreter der Uhren- und Souvenir-Industrie äusserten sich dazu stets ablehnend.

Stadt will Läden und Büros

Die Stadt Luzern hat seinerzeit für eine Überbauung des Grundstücks Mattenhof II im Zusammenhang mit der Bebauung des Mattenhof I eine Machbarkeitsstudie erstellt. Laut Friederike Pfromm, Leiterin Immobilien, steht im Vordergrund eine Überbauung mit Läden, Büros und weiteren öffentlichen Nutzungen. Sie betont: «Die Nutzung, die wir vorsehen, ist dichter als die eines Carparkplatzes.» Damit ist klar: Die Stadt beurteilt den SP-Vorschlag skeptisch. Zurzeit dient der Mattenhof II als Parkplatz bei Allmend-Veranstaltungen.

Das Gebiet Mattenhof. (Bild: Quelle: Gemeinde Kriens, Grafik: Janina Noser, Mop)

Das Gebiet Mattenhof. (Bild: Quelle: Gemeinde Kriens, Grafik: Janina Noser, Mop)