Auf dem früheren Heggli-Werkhof in Kriens sollen Wohnungen mit «eher tiefen» Preisen entstehen

Am Mattenplatz plant eine Tochter der Anliker Holding eine Überbauung mit 141 Wohnungen. Der Gestaltungsplan liegt nun bei der Stadt Kriens auf.

Stefan Dähler
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Dort, wo die Firma Heggli bis vor kurzem noch einen Werkhof betrieben hat, entsteht künftig eine Überbauung mit 141 Wohnungen. Zu diesem Zweck hatte die Gesellschaft für Immobilien Anlagewerte AG das Grundstück am Krienser Mattenplatz gegenüber der Garage Galliker vor rund fünf Jahren von Heggli erworben. Nun ist das Bauprojekt einen Schritt weiter: Derzeit liegt der Gestaltungsplan bei der Stadt Kriens öffentlich auf.

Bei der Gesellschaft für Immobilien Anlagewerte AG handelt es sich um eine Tochterfirma der Anliker Holding mit Sitz in Emmenbrücke. Bruno Eggenschwiler, Leiter Projektentwicklung bei Anliker, rechnet mit einem Baustart in einem Jahr. Nach dem Gestaltungsplan muss noch das Baugesuch bei der Stadt eingereicht und von dieser bewilligt werden. «Die Eröffnung erfolgt voraussichtlich gegen Ende 2023.»

So soll der Neubau am Mattenplatz in Kriens aussehen.

So soll der Neubau am Mattenplatz in Kriens aussehen.

Visualisierungen: Manetsch Meyer Architekten

Vorgesehen ist eine 25 Meter hohe Überbauung in Dreieck-Form mit einem ruhigen, begrünten Innenhof:

Im Erdgeschoss sind Gewerberäume vorgesehen, deren Nutzung noch offen ist, so Eggenschwiler. Die Investitionskosten betragen rund 70 Millionen Franken. Entworfen wurde das Gebäude von den Manetsch Meyer Architekten aus Zürich, die sich in einem Studienauftrag gegen vier Mitbewerber durchgesetzt hatten.

Zielgruppe ist «ein urbanes Publikum»

«Es wird eine grosse Wohnungsvielfalt geben», sagt Eggenschwiler. Durch den speziellen Grundriss würden die Einheiten sehr individuell gestaltet. Geplant sind hauptsächlich 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen sowie eine Handvoll 5,5-Zimmer-Wohnungen. Ob diese verkauft oder vermietet werden, sei noch offen. Auch eine Mischung von beidem wäre denkbar. «Die Zielgruppe ist ein urbanes Publikum, das oft mit dem ÖV unterwegs ist, die gute Verbindung ab dem Bahnhof Mattenhof schätzt und nicht zwingend auf das Auto angewiesen ist.» Auch Familien seien willkommen, man rechne an dieser Lage aber eher mit Single- und Paarhaushalten. Die Wohnungsgrössen seien für Neubauten durchschnittlich, so Eggenschwiler. Eine 3,5-Zimmer-Wohnung dürfte etwa 85 Quadratmeter umfassen.

Geplant sind 111 Parkplätze inklusive Besucher und Gewerbe in einer Tiefgarage. Die Zahl basiere auf dem Grundkonzept Verkehr für Luzern Süd des Gemeindeverbands Luzern Plus. Die Ein- und Ausfahrt ist bei der Industriestrasse geplant. Letztere könnte mittelfristig vom Mattenhof-Knoten abgehängt werden, sofern der heute bestehende Kreisel in eine Kreuzung umgewandelt wird, wie dies der Kanton derzeit prüft. Diese Massnahme ist unter den ansässigen Betrieben hoch umstritten. «Auch wir würden es bevorzugen, wenn der direkte Anschluss der Industriestrasse an den Knoten erhalten bleibt, doch grössere Opposition ist von unserer Seite nicht geplant», sagt Eggenschwiler.

Die Konkurrenz ist gross

Bekannterweise sind im Gebiet Luzern Süd in den letzten Jahren bereits viele neue Wohnungen entstanden, weitere Überbauungen sind aufgegleist. Ganz in der Nähe etwa ist die Pilatus-Arena mit über 400 Wohnungen geplant. Eggenschwiler:

«Es ist ein aufstrebendes Quartier, was es für uns interessant macht.»

Dem grossen Wohnungsangebot blicke man mit «gesundem Respekt» entgegen. «Wir müssen versuchen, unser Produkt besser zu machen. Die Wohnungspreise werden sicher nicht obenaus schiessen, sondern im Vergleich eher tief sein.»

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