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MATURANDENPORTRÄT: Ein Lügenbold hat es ihm angetan

Dominik Kilchmann von der Kantonsschule Seetal beschäftigte sich mit dem literarischen Werk «Peer Gynt». Seine Analyse setzte er in ein Theaterstück um, bei welchem er selbst Regie führte.
Ein Moment der Ruhe für das umtriebige Theatertalent Dominik Kilchmann. (Bild: Corinne Glanzmann, Baldegg, 20. Juni 2017)

Ein Moment der Ruhe für das umtriebige Theatertalent Dominik Kilchmann. (Bild: Corinne Glanzmann, Baldegg, 20. Juni 2017)

Theater, Mathe und Philosophie – das sind die Leidenschaften von Dominik Kilchmann. Auf den ersten Blick scheinen diese nicht zusammenzupassen. In seiner Maturaarbeit, die von «Fokus Maturaarbeit» (die besten Maturaarbeiten des Jahres) nominiert wurde, verbindet der 20-Jährige aus Hohenrain aber ganz bewusst zwei dieser Themen. Er hat die Figur Peer Gynt des gleichnamigen Buchs von Henrik Ibsen aus der philosophischen Perspektive analysiert. Peer Gynt habe ihn fasziniert, weil er sich ständig durch Lügen neu erfand und nie aufgab, aber sich trotzdem nicht retten konnte. «Es ist menschlich, sich am Scheitern einer Figur zu unterhalten», erklärt er.

Nach der Maturaarbeit hat Kilch­mann Peer Gynt auch selbst gespielt, für die Bühne adaptiert und Regie geführt. Dabei sei es schön gewesen, die eigenen Erkenntnisse in das Stück einzubauen. «Es war aber auch eine grosse Verantwortung – als Hauptdarsteller trägt man das ganze Stück», gibt er zu bedenken. Es war seine erste Erfahrung in einer Hauptrolle, aber keineswegs auf der Bühne: Kilchmann hat bereits in mehreren Schultheatern und 2012 beim Stück «Super Hero» im Luzerner Theater mitgespielt. Ausserdem hat er in seinem Zwischenjahr in England einen schauspielerischen Vorkurs besucht.

Mathematik als zweites Standbein

Momentan will Kilchmann aber eher in Richtung Regieführung weitermachen. Dafür möchte er nach der Rekrutenschule Theaterwissenschaften in Bern studieren. Unter anderem eben, weil es ihm so sehr gefallen hat, eine Figur philosophisch zu analysieren und er das gerne wieder machen würde. Womöglich wird er dies aber mit Mathematik im Hauptfach kombinieren, da man als Regisseur oftmals mehr schlecht als recht über die Runden komme. Ihn fasziniert an der Mathematik die Geduld, mit der man an einer Aufgabe arbeitet und nicht aufgibt, obwohl eine Lösung weit entfernt scheint. Dieses «immer wieder ausprobieren, bis es passt» kommt ihm sicher auch in der Regieführung zugute. «Dort ist es einfach mehr emotional als rational», ist Kilchmann überzeugt.

In den Freilichtspielen 2013 als Regiehospitant und beim Schultheater als Regisseur hat er bereits Erfahrungen gesammelt. Von der Schule wurde er sogar schon bezahlt. «Mir geht es aber nicht ums Geld, sonst würde ich es nicht machen», sagt er mit einem Lachen. Wenn er buchhalterisch dahinterginge, würde der Lohn «hende ond vore» nicht reichen, sagt Kilchmann. Während eines früheren Engagements sah seine Woche folgendermassen aus: «Nach der Schule ging ich nach Luzern, blieb bis ungefähr 23 Uhr, schrieb zu Hause noch einige Zeilen und ging am nächsten Tag zur Schule.» Um so viel Aufwand zu betreiben, müsse pure Leidenschaft für das Theater da sein.

Nach dem Militär wieder auf die Bühne

«Im nächsten Jahr wird dafür leider nicht viel Zeit sein», bedauert Kilch­mann. Neben dem Militär und der Jungwacht-Scharleitung sei die Woche schon ziemlich voll. Er will aber danach weitermachen: Er ist im Pool für das autonome Theater im UG des Luzerner Theaters. Auch seinen anderen Hobbys will er nach dem Militär wieder mehr Zeit widmen: Er singt und spielt Eufonium und Posaune im Jugendblas­orchester.

Jessica Bamford

jessica.bamford@luzernerzeitung.ch

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