Mauensee bekämpft Campus-Erweiterung

Die Gemeinde erhebt Einsprache gegen die Revision der Oberkircher Ortsplanung.

Dominik Weingartner
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Übersichtsbild des Campus Sursee.

Übersichtsbild des Campus Sursee.

Bild: Pius Amrein (Oberkirch, 3. Dezember 2019)

Eine Nachricht im Mauenseer Informationsmagazin «Mauensee Wellen» lässt aufhorchen: «Der Gemeinderat Mauensee erhebt Einsprache gegen die Teilrevision der Ortsplanung Oberkirch.» Konkret geht es um geplante Umzonungen im Gebiet des Campus Sursee. Dieser soll nach dem Willen der Gemeinde Oberkirch weiterentwickelt werden – zum Leidwesen der benachbarten Gemeinde.

Wie der Botschaft zur Teilrevision zu entnehmen ist, will die Stiftung Campus im Gebiet Chäsweid «Multifunktionshallen in Kombination mit Schulräumen realisieren». Das Erweiterungsprojekt enthält zwei Etappen. Insgesamt sollen über 20000 Quadratmeter eingezont werden. In der ersten Etappe sind es rund 6700 Quadratmeter. Die restliche Einzonung werde bei einem «entsprechenden künftigen Bedarf mit einem Planungshorizont von zirka 15 Jahren mit einem neuen Gesuch beantragt».

Naherholungsgebiet soll geschützt werden

Der Mauenseer Gemeinderat begründet seine Einsprache vor allem mit umweltschützerischen Argumenten. So entsprächen die vorgesehenen Einzonungen nicht der Räumlichen Entwicklungsstrategie Sursee-Mittelland. Diese umfasse unter anderem das Ziel, die «Landschaft zwischen Haselwart und Campus zu erhalten und zu stärken». Ausserdem spricht die Strategie von einer «rücksichtsvollen» Weiterentwicklung. Im Gestaltungsplan Chäsweid ist von einem Bau von 75 Metern Länge, 45 Metern Breite und 21 Metern Höhe die Rede. Dies ist laut dem Mauenseer Gemeinderat «weit weg von einer rücksichtsvollen Weiterentwicklung des äusserst sensiblen Natur- und Naherholungsgebietes und deshalb nicht bewilligungsfähig.» Weiter gebe es offene Fragen zum Grundwasservorkommen. Der Gemeinderat verlangt daher, dass aufgezeigt wird, wie «das Grundwasser nachhaltig geschützt» werden kann.

Den Oberkircher Gemeindepräsident Ernst Roth (CVP) hat die Mauenseer Einsprache «überrascht», wie er sagt. Er spricht auch von einem «eher unüblichem Vorgehen». Roth sagt, das Einzonungsverfahren basiere auf dem Entwicklungskonzept des Campus. «Die zukünftigen Entwicklungen im Campus werden im Rahmen des Regionalen Entwicklungsträgers Sursee-Mittelland und Sursee Plus diskutiert und begleitet, der Gemeinderat Mauensee ist da jeweils am Tisch», so Roth. Man werde den Inhalt der Einsprache nun auswerten und eine Stellungnahme ausarbeiten.