Max Pfister soll in den LUKB-Verwaltungsrat

Der abtretende Regierungsrat Max Pfister soll in den Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank. Dies schlägt der Regierungsrat des Kantons Luzern den LUKB-Aktionären im Hinblick auf die Generalversammlung vor.

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Max Pfister wird sein Amt als Regierungsrat Ende Juni 2011 abgeben. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Max Pfister wird sein Amt als Regierungsrat Ende Juni 2011 abgeben. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

An der nächsten Generalversammlung der Luzerner Kantonalbank (LUKB) vom 25. Mai 2011 können die Aktionäre neben dem Verwaltungsratspräsidenten auch zwei neue Mitglieder des Verwaltungsrates wählen – einer davon soll Regierungsrat Max Pfister werden.

Nach dem Regierungsrat in den Verwaltungsrat

Für den zurücktretenden Fritz Studer als Verwaltungsratspräsident stellt sich Mark Bachmann, CEO der 4 B in Hochdorf, zur Wahl. Für einen der beiden vakanten Verwaltungsratssitze beantragt der Regierungsrat der Generalversammlung, Max Pfister in den Verwaltungsrat zu wählen, dessen Amtszeit als Regierungsrat am 30. Juni 2011 endet. Der LUKB- Verwaltungsrat seinerseits schlägt zusätzlich Reto Sieber, Co-CEO der SIGA Holding in Ruswil, vor.

Kein amtierender Regierungsrat

Da der Kanton Luzern Mehrheitsaktionär der LUKB ist, werde immer wieder die Diskussion geführt, ob ein Mitglied des Regierungsrates im Verwaltungsrat Einsitz nehmen soll. Nach geltendem Aktienrecht hat ein Verwaltungsrat die Interessen des Unternehmens zu vertreten. Aus diesem Grund habe der Regierungsrat entschieden, kein amtierendes Regierungsratsmitglied in den LUKB-Verwaltungsrat vorzuschlagen. Mit dem Vorschlag von Max Pfister will der Regierungsrat aber sicherstellen, dass eine Person im Verwaltungsrat Einsitz nimmt, welche die politischen Zusammenhänge im Kanton sehr gut kennt. Pfister werde in der
neuen Funktion vom Regierungsrat nicht mandatiert, teilt die Staatskanzlei des Kantons Luzern mit. Um eine klare Übergangsregelung zu gewährleisten, soll Pfister seinen Sitz erst nach dem Ausscheiden aus
der Regierung antreten.

Der Kanton Luzern besitzt 61,7 Prozent der LUKB-Aktien mit einem aktuellen Marktwert von rund 1,7 Milliarden Franken.

pd/bep

Reaktionen

«Die SP begrüsst es, dass sich die Luzerner Regierung endlich entschlossen hat, wieder im Verwaltungsrat der LUKB Einsitz zu nehmen. Die Ernennung von Max Pfister, der aus der Luzerner Regierung zurücktritt, erstaunt aber sehr und wirft Fragen auf. Der Kanton Luzern muss mit einem aktiven Mitglied der Regierung im Verwaltungsrat der LUKB vertreten sein. Nur so sind direkte Kommunikations- und Entscheidungswege einigermassen gewährleistet. Mit der Ernennung von Max Pfister wird dies leider verpasst. Max Pfister wird nach seinem Rücktritt nicht mehr an den Sitzungen des Regierungs- und Kantonsrates vertreten sein. Die Informationen werden also nur indirekt fliessen. Der Einfluss des Regierungsrates als Eigner wird so gleich von Beginn weg wieder geschwächt.»

 

«Da der Kanton die Mehrheit der Aktien der LUKB besitzt, erscheint uns dieser Schritt folgerichtig. Wir begrüssen diese Absicht der Regierung ausdrücklich, denn für dieGrünen ist die direkte Einflussnahme auf das strategische Geschäft der LUKB ein richtiger und zukunftsweisender Schritt. Dennoch stellen sich in diesem Zusammenhang für uns im Moment viele Fragen, welche die Luzerner Öffentlichkeit ebenfalls interessieren dürfte. Wir fordern deshalb den Regierungsrat auf, zu folgenden Fragen Stellung zu beziehen: (Auszug aus dem Fragenkatalog) Die Luzerner Regierung, wie auch die bürgerlichen Parteien haben immer wieder die Meinung vertreten, dass die Einsitznahme im Verwaltungsrat aus juristischen und organisatorischen Gründen nicht erwünscht ist. Wie kam es nun zu diesem Meinungsumschwung? Besteht ein Anforderungsprofil für den künftigen Verwaltungsrat der LUKB? Gab es mehrerer Personen, welche für den Verwaltungsratssitz in Betracht gezogen wurden? Wie lautet die Begründung, weshalb nicht ein amtierendes Regierungsmitglied im Verwaltungsrat Einsitz nimmt?»

pd