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MEDIZIN: Hybrid-Operationssaal am Spital bietet neue Chancen für komplexe Fälle

Seit kurzem ist am Luzerner Kantonsspital der erste Hybrid-Operationssaal der Zentralschweiz in Betrieb. Die Ärzte erhoffen sich mit dem 7 Millionen Franken teuren Bau schonendere Eingriffe für die Patienten.
Roseline Troxler
Stefan Ockert (links), Co-Chefarzt Gefässchirurgie, zeigt den neuen Hybrid-Operationssaal am Luzerner Kantonsspital. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 1. März 2018))

Stefan Ockert (links), Co-Chefarzt Gefässchirurgie, zeigt den neuen Hybrid-Operationssaal am Luzerner Kantonsspital. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 1. März 2018))

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Vor zwei Monaten hat Stefan Ockert, Co-Chefarzt Gefässchirurgie am Luzerner Kantonsspital (Luks), erstmals im sogenannten Hybrid-Operationssaal gearbeitet. «Ich war begeistert. Wir können dadurch noch viel exakter operieren, was sehr beruhigend ist», fasst er zusammen. Gestern wurde er den Medien vorgestellt. Hybrid: das bedeutet, etwas Verschiedenartiges zusammenzuführen. Der neue OP-Saal ist sowohl mit herkömmlichen Operationsgeräten in einem sterilen Umfeld wie auch mit einer Röntgenanlage auf Basis eines Robotiksystems ausgestattet.

Zum neuen Saal gehören auch grosse Flachbildschirme, welche in Echtzeit detaillierte Röntgenaufnahmen zeigen. «Denn gerade wenn es darum geht, Organstrukturen abzudichten, handelt es sich um Millimeterarbeit», sagt Ockert. Dreidimensionale Bildrekonstruktionen erlauben es den Ärzten, sich einen genauen Eindruck des Patienten zu machen. «Durch Kontroll-Röntgenbilder vor Ort ist es oft möglich, eine zweite Operation zu verhindern», erklärt Ockert. Operiert wird im Hybrid-OP vor allem in der Gefässchirurgie, der Kardiologie und Herzchirurgie.

Komplexere Fälle können operiert werden

Der neue OP hat 7 Millionen Franken gekostet. Stefan Ockert erklärt die Vorteile: «Eine Adererweiterung haben wir früher offen operiert. Durch die Röntgenanlage im OP können wir die Eingriffsgrösse massiv verkleinern.» Patienten, die bisher aufgrund früherer Operationen nicht mehr operierbar waren, können eher behandelt werden. Auch grosse Schlagadererweiterungen im Brust- und Bauchbereich seien erst durch diese Technik möglich. So könnten komplizierte Operationen mit kleinsten Schnitten durchgeführt werden. Dies wirkt sich auch auf den Heilungsprozess aus. Stefan Toggweiler, Co-Chefarzt Kardiologie, ergänzt: «Patienten, die früher einen mehrwöchigen Reha-Aufenthalt benötigten, können nach wenigen Tagen entlassen werden.» Die Co-Chefärzte Ockert und Toggweiler rechnen damit, dass sich durch den neuen Bau nicht nur Grenzen zwischen Technologien, sondern auch zwischen Fachgebieten vermischen.

«Ein zweiter Hybrid-OP ist derzeit kein Thema»

Direktor Benno Fuchs betont, dass das Luks als Zentrumsspital verpflichtet sei, auch komplexe Fälle zu bewältigen. «Dazu gehört, dass wir Innovationen aufnehmen.» Und er unterstreicht: «Zusammen mit Basel haben wir die modernste Anlage der Schweiz.» In der Zentralschweiz ist es der einzige Hybrid-OP. Schweizweit gibt es weniger als zehn. Auf die Frage, ob bald ein weiterer am Luks gebaut wird, sagt Fuchs: «Das ist in den nächsten Jahren kein Thema. Es geht nun darum, mit der Anlage Erfahrungen zu sammeln.» Möglich sei auch eine Ausweitung der Anwendungsgebiete.

Der Bau des Hybrid-OP hat fünf Monate gedauert, nach zwei Monaten Einführung und Schulung wurde er nach Neujahr in Betrieb genommen. Seither gab es gut 50 Eingriffe. Der neue Saal befindet sich in einem Anbau beim Hauptgebäude. Er hat einen direkten Zugang zu den anderen OP-Sälen. Mit einer Fläche von 93 Quadratmetern ist er fast doppelt so gross wie die bisherigen. Viel Platz benötigt auch die Technik. Pius Jenni, Leiter Bau und Architektur beim Luks, erwartet, dass diese eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren hat. Für den Bau hat das Spital auch mehrere Anlagen im Ausland besichtigt. Jenni geht davon aus, «dass der neue Operationssaal sehr gut ausgelastet sein wird».

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