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MEDIZINSTUDIUM: Medizin-Master startet 2020

Die Regierungen von Zürich und Luzern haben das gemeinsame Medizinstudium vertraglich besiegelt. Noch ist aber nicht restlos geklärt, wie sich der Master-Studiengang finanziert.
Ziel des Impulsprogramms gegen den Ärztemangel ist eine Erhöhung der Abschlüsse in Humanmedizin von heute rund 900 auf 1300 im Jahr 2025.(Symbolbild) (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Ziel des Impulsprogramms gegen den Ärztemangel ist eine Erhöhung der Abschlüsse in Humanmedizin von heute rund 900 auf 1300 im Jahr 2025.(Symbolbild) (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

Die Fakten liegen seit letztem Sommer auf dem Tisch: Zusammen mit der Universität Zürich bietet Luzern einen neuen Studiengang in Humanmedizin an. Der Master mit 40 Studienplätzen jährlich startet im Herbst 2020, bereits 2023 sollen die ersten Abgänger das sogenannte «Joint-Master-Diplom» erhalten (Ausgabe vom 16. Juli 2016).

Nun ist die Zusammenarbeit formell besiegelt, wie die Staatskanzlei mitteilte. «Nach der Luzerner Regierung hat nun auch der Zürcher Regierungsrat der Kooperationsvereinbarung zugestimmt», sagt Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss (CVP). Die Vereinbarung zur Kooperation wurde auch von den beiden Universitäten unterzeichnet. Eine Revision einer Luzerner Gesetzesgrundlage ist nicht nötig.

Gesundheitsbetriebe eingebunden

Luzern wird im zweiten Teil der Ausbildung im Fokus stehen: Im Master besuchen die angehenden Ärzte Lehrveranstaltungen an der Uni Luzern. «Wer sich für den Studienort Luzern entscheidet, wird einen wesentlichen Teil der praktischen Fähigkeiten in unseren Gesundheitsinstitutionen erwerben», sagt Reto Wyss. Dafür bestehen Vereinbarungen mit dem Luzerner Kantonsspital, der Luzerner Psychiatrie, dem Paraplegiker-Zentrum in Nottwil, der Hirslanden-Klinik St. Anna sowie dem Institut für Hausarztmedizin. Den Bachelor, den ersten Teil des Studiums, absolvieren die Mediziner in Zürich.

Die beiden Universitäten erhalten für den Studiengang rund 7 Millionen vom Bund als Anschubfinanzierung – 2 Millionen weniger als gewünscht. Zudem zahlt der Heimatkanton für jeden Medizinstudenten pro Jahr im Schnitt 42 000 Franken. Im Studienjahr 2015/16 waren knapp 300 Luzerner für ein Medizinstudium an einer Schweizer Uni eingeschrieben, 56 davon in Zürich.

Eine präzise Berechnung der jährlichen Betriebskosten des Studiengangs liegt laut Wyss noch nicht vor. Klar ist aber: «An diesen wird sich der Kanton Luzern nicht beteiligen.» Ein Grossteil der in Luzern anfallenden Kosten lasse sich mit den Beiträgen des Bundes und jener der Kantone für die Studenten decken, so Wyss. «Da die Luzerner Spitäler, Kliniken und Hausärzte grosses Interesse an der Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses haben, leisten sie personelle, räumliche und teils auch finanzielle Beiträge.» Fest stehe auch: «Vereinbarungen mit Firmen, die den Studiengang als Sponsoren mitfinanzieren wollen, wird es nicht geben.»

Massnahme gegen den Hausärztemangel

Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) ist überzeugt: Der Studiengang erhöhe die Chancen, dass junge Ärzte nach Diplomübergabe im Kanton tätig bleiben und steigere hoffentlich die Attraktivität des Hausarztberufs. Denn Allgemeinmediziner sind gesucht: 57 Prozent aller Luzerner Hausärzte stehen kurz vor dem Pensionsalter. Dies hofft auch Aldo Kramis, Präsident der Ärztegesellschaft des Kantons Luzern. «Der Medizin-Master ist ein Schritt in die richtige Richtung. 40 Studenten werden aber nicht reichen, um den kommenden Hausärztemangel auszugleichen.» Es bräuchte deutlich mehr Abgänger – insbesondere wegen der Teilzeittätigkeit und dem hohen Frauenanteil: Dieser beträgt bei Medizinstudenten 70 Prozent. «Zudem ist nicht garantiert, dass von den 40 Masterstudenten alle Hausärzte werden.»

Viel Arbeit wartet nun auf das Institut für Hausarztmedizin, für das sich Kramis ebenfalls engagiert. «Die Hausarztmedizin respektive der Patientenkontakt in der Praxis soll im Master einen hohen Stellenwert haben», so Kramis. «Je früher die Studenten diese Bereiche kennen lernen, umso eher lassen sie sich hoffentlich für die Hausarztmedizin begeistern.» Dass Luzern im Bachelor nur eine untergeordnete Rolle spielt, stört Kramis nicht. «Alles andere wäre mit 7 Millionen nicht finanzierbar. Für uns war die jetzige Lösung die bestmögliche realisierbare Option.»

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