Mega-Projekt im Stadtluzerner Tribschen-Quartier nimmt erste Hürde

Auf dem EWL-Areal sollen ein Sicherheitszentrum sowie eine Wohn-und Büroüberbauung entstehen. Das Luzerner Stadtparlament hat dafür die ersten Millionen gesprochen - und eine ganze Reihe von Forderungen gestellt.

Robert Knobel
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So soll das EWL-Areal künftig aussehen: in der Mitte der Quartierplatz mit dem heute bereits bestehenden Roten Haus im Hintergrund, rechts ABL-Wohnbauten.

So soll das EWL-Areal künftig aussehen: in der Mitte der Quartierplatz mit dem heute bereits bestehenden Roten Haus im Hintergrund, rechts ABL-Wohnbauten.

Visualisierung PD

Feuerwehr, Zivilschutz, 144-Notruf sowie die Leitstellen von Polizei und VBL: Sie alle sollen ab 2026 im neuen Sicherheitszentrum an der Industriestrasse im Tribschen-Quartier untergebracht werden. Gleichzeitig entstehen auf dem Areal von Energie Wasser Luzern (EWL) gemeinnützige Wohnungen, Büros der Stadtverwaltung sowie ein Pflegezentrum und ein Gastrobetrieb. Das Stadtparlament hat am Donnerstag insgesamt 7,8 Millionen Franken bewilligt. 7 Millionen davon gehen als Einlage in die neu gegründete EWL-Areal AG, an der neben der Stadt auch EWL und die Baugenossenschaft ABL beteiligt sind. Das restliche Geld wird für die Projektierung der Stadtverwaltungs-Büros verwendet. 

Überbauung EWL-Areal:

Legende zu den Abteilungen der städtischen Verwaltung: STIL=Strasseninspektorat; STG=Stadtgärtnerei; TBA=Tiefbauamt; GIS=Geoinformationszentrum; UWS=Umweltschutz

Legende zu den Abteilungen der städtischen Verwaltung: STIL=Strasseninspektorat; STG=Stadtgärtnerei; TBA=Tiefbauamt; GIS=Geoinformationszentrum; UWS=Umweltschutz

Dabei handelt es sich allerdings erst um einen ersten, kleinen Finanzierungsschritt für das Mega-Projekt. Der grosse Brocken von weiteren 63 Millionen Franken, den die Stadt ans Projekt beisteuern will, wird 2021 noch von den Stimmberechtigten bewilligt werden müssen.

Industriestrasse soll «lebendiger» werden

Auch das Stadtparlament wird sich später nochmals mit der Neuüberbauung des EWL-Areals befassen. Die Fraktionen nutzten die Gelegenheit aber bereits, schon einmal ihre Anpassungswünsche für das Projekt kundzutun. Unzufrieden mit dem bisherigen Stand des Projekts ist insbesondere die SP. Sie bemängelt, dass der Wohnanteil tiefer sei als ursprünglich geplant. Auch die Nutzung der Erdgeschosse sei nicht optimal: «Es gibt fast nur Garagen und Werkstätten», so Simon Roth (SP). Man frage sich, ob die Feuerwehr ihre Oldtimer wirklich an so zentraler Lage parkieren müsse und ob wirklich alle Lagerhallen an diesem Standort zwingend sind. «So entsteht einfach kein lebendiges Quartier», so Roth. Zumindest entlang der Industriestrasse soll daher eine «lebendige Erdgeschossnutzung» sichergestellt werden, forderte auch die vorberatende Kommission. Ein entsprechender Antrag wurde angenommen.

Auch die Feuerwehr-Oldtimer sollen Platz finden

Die SP kritisierte zudem die Tatsache, dass der Raumbedarf des gesamten Projekts von 54'000 auf 67'000 Quadratmeter gestiegen ist. Sicherheitsdirektor Martin Merki (FDP) betonte allerdings die Wichtigkeit von genügend Platz, insbesondere für die Feuerwehr: «Es ist zentral, dass die Fahrzeuge alle gleichzeitig ausfahren können und nicht hintereinander parkiert werden müssen, wie das heute der Fall ist.» Und was die Oldtimer betrifft, sei deren Raumbedarf eher vernachlässigbar.

Jules Gut (GLP) kritisierte, dass abgesehen von «ein bisschen Solarstrom auf dem Dach» keine innovativen Energiekonzepte zur Anwendung kommen, und Patrick Zibung (SVP) störte sich an der geringen Zahl von 0,3 Parkplätzen pro Wohnung. «Ein grosser Teil von potenziellen Bewohnern wird damit ausgeschlossen, was dem Ziel der Durchmischung widerspricht.» Apropos Verkehr: Das Parlament fordert, die ans EWL-Areal angrenzende Industriestrasse für den Durchgangsverkehr zu sperren und die Strasse in eine Begegnungszone (Tempo 20) umzuwandeln.

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