MEGGEN: Buben machen Feuer – Anzeige

Zwei Buben verbrennen im Garten ein paar Äste und werden von der halben Feuerwehr der Gemeinde überrascht. Nun muss sich die Mutter eines Kindes vor der Staatsanwaltschaft erklären.

Christian Hodel
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Zwei Buben zündeten ein Feuer, bei dem Rauch entstand (Symbolbild). (Bild: Neue LZ)

Zwei Buben zündeten ein Feuer, bei dem Rauch entstand (Symbolbild). (Bild: Neue LZ)

Zwei Buben im Grundschulalter verbrennen am Mittwochnachmittag in Meggen Tannenäste in einer Feuerschale von rund 80 Zentimeter Durchmesser. Diese haben sie ein paar Tage zuvor eingesammelt. Die Mutter einer der Buben beobachtet auf dem Gartensitzplatz, als das Feuer brennt.

Eigentlich ein harmloser Zwischenfall: niemand kam zu schaden. Dennoch wird die Feuerwehr und die Polizei alarmiert – und die Mutter eines Buben angezeigt. Denn ein Nachbar beobachtet den aufsteigenden Rauch und alarmiert die Feuerwehr. Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei: «Das Verbrennen von grünen Ästen ist eine Widerhandlung gegen das Umweltgesetz.» Die Polizei sei von Amtes wegen verpflichtet, Strafanzeige zu erstatten, da es sich um ein Offizialdelikt handle.

Staatsanwaltschaft untersucht

Dass grüne Waldabfälle nicht verbrannt werden dürfen, sei im Umweltschutzgesetz und der Luftreinhalte-Verordnung des Bundes festgelegt. Darin steht, es dürfen nur «trockene natürliche Waldabfälle» verbrannt werden. Und dies auch nur, falls wenig Rauch und keine übermässigen Immissionen entstehen. Die Staatsanwaltschaft werde dies nun untersuchen, so Wigger. Fest steht: «Es hat sich eine mehr oder weniger starke Rauchwolke entwickelt.»

Es sei nun Sache des Richters zu entscheiden, ob hier eine strafbare Handlung vorliege, sagt auch Natalie Kamber, Mediensprecherin der Dienststelle Umwelt und Energie des Kantons Luzern. «In Meggen handelt es sich aber offensichtlich um einen Bagatellfall.»

Feuern: Erlaubt nur im Unterholz

Zwei Buben machen in Meggen ein Feuer – eine der Mütter wird daraufhin verzeigt. Doch was gilt überhaupt? Natalie Kamber, Sprecherin der Dienststelle Umwelt und Energie des Kantons Luzern: «Erlaubt für ein Feuer ist, naturbelassenes, trockenes Holz zu verwenden, sowohl in Holzfeuerungen als auch im Freien.» Grüne Äste aus dem Wald seien zwar kein Abfall, jedoch kein geeigneter Brennstoff für ein Feuer im Freien, weil dabei Schadstoffe entstehen würden. «Bei grossen Mengen von grünen Ästen hingegen, sogenanntem Schlagabraum, handelt es sich um einen natürlichen Waldabfall.» Im Winter sei es generell verboten, diesen zu verbrennen, da der Rauch Schadstoffe wie Feinstaub und Russ enthält. Besonders problematisch ist dies, weil der Feinstaub bei Dunst oder Nebel nicht entweichen kann.