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MEGGEN: Der Golfplatz ist spielbereit

Nach 14 Jahren werden am Dienstag der Golfplatz und die Driving Range in Betrieb genommen. Laut Stefan Waldvogel, Chefredaktor von «Golfsuisse», liegt die neue 9-Loch-Anlage voll im Trend.
Oliver Schneider
Profigolfer Martin Rominger beim Abschlag auf dem Golfplatz Meggen. (Bild: Dominik Wunderli (Meggen, 25. August 2017))

Profigolfer Martin Rominger beim Abschlag auf dem Golfplatz Meggen. (Bild: Dominik Wunderli (Meggen, 25. August 2017))

Interview: Oliver Schneider

region@zernerzeitung.ch

Gestern ist in Meggen die neue 9-Loch-Anlage vorgestellt worden. Der Golfplatz ist voll im Trend und bietet dazu noch eine seltene Aussicht (siehe Box). Stefan Waldvogel, Chefredaktor des Verbandsmagazins «Golfsuisse», über den Golfplatz-Boom und das altbekannte Klischee des Sports.

Stefan Waldvogel, täuscht der Eindruck, oder hat in den ­letzten Jahren tatsächlich ein richtiger Golfplatz-Boom stattgefunden?

Ein eigentlicher Boom bei neuen Plätzen ist vor einigen Jahren zu Ende gegangen. Meggen ist der jüngste von insgesamt 98 Golfclubs in der Schweiz, zuletzt war 2016 in Andermatt eine grosse 18-Loch-Anlage eröffnet worden. Speziell im Raum Zürich wäre die Nachfrage sicher vorhanden, da die Golfplätze voll ausgelastet sind. Dort ist es aber schwierig für neue Projekte. Das musste zuletzt die Migros in Wädenswil erfahren. Nun sind alle Projekte im Kanton Zürich für die nächsten Jahre gestoppt. Meggen, mit einem Golfplatz nahe an der Stadt, ist hier ganz klar die positive Ausnahme.

Was ist der Grund dafür?

Hier kam die Idee von den Landbesitzern, den Bauern. An anderen Orten müssen die Landbesitzer überzeugt werden. Oft gibt es bei möglichen Umzonungen auch Widerstand von Bauernorganisationen. Die Anwohner wollen informiert werden, danach stehen sie einem Golfplatz aber meistens positiv gegenüber, weil das Land dann grün bleibt und die Anlagen noch Platz für weite Spaziergänge bieten.

Sind denn die Golfclubs noch immer so elitär wie in früheren Zeiten?

Der Golfsport ist schon lange nicht mehr elitär. Das ist ein altes Klischee, gegen das wir schon lange anzukämpfen versuchen. Es bleibt aber leider in den Köpfen der Leute fest verankert. Auslöser für die Veränderung war die Migros, die den früheren Elitesport deutlich breiter populär machte. 1995 hat sie den ersten Golfpark in Luzern eröffnet. Heute führt sie über die Schweiz verteilt acht Plätze und gilt damit als grösster Player im Golfmarkt.

Wie hat dies den Golfsport verändert?

Heutzutage muss man auf den wenigsten Golfplätzen noch Mitglied sein, um eine Partie spielen zu können. Dafür wird nun grösstenteils auf Tageskarten und Jahresabonnemente gesetzt. Insgesamt gibt es in der Schweiz 90000 aktive Golfer, von denen über ein Drittel «clubfrei» ist.

Dann gibt es auch Normal- verdienende, die Golf spielen?

Heute sieht man auf den Golfplätzen nicht mehr nur Anwälte und Wirtschaftsbosse, die ihre Kundenbeziehungen bei einer Partie Golf pflegen. Schon lange üben sich auch Elektriker, Schreiner oder Lehrer im Golfsport. Punkto Kosten kann Golfen etwa mit Skifahren verglichen werden. Ein sogenanntes Greenfee kostet 80 bis 100 Franken, eine Einsteigerausrüstung gibt es schon für wenige hundert Franken.

Rentieren die Golfplätze unter diesen Voraussetzungen überhaupt?

Das System funktioniert nicht für alle Golfplätze. Entscheidend ist auch hier der Standort. Der Golfplatz an der Grenze zwischen Luzern und Meggen hat diesbezüglich extrem gute Voraussetzungen. Er ist von Luzern schnell erreichbar und hat 9 Loch anstatt der klassischen 18. Damit liegt er im Trend. Dem Golfer bleibt in der heutigen Arbeitswelt keine Zeit mehr, einen ganzen Morgen Golf zu spielen. Die 9 Loch können gut in unter zwei Stunden gespielt werden.

Hinweis

Stefan Waldvogel (53) aus Schenkon ist Chefredaktor des Verbandsmagazins «Golfsuisse».

Golfen vor dem Pilatus (Bild: Dominik Wunderli (Meggen, 25. August 2017))

Golfen vor dem Pilatus (Bild: Dominik Wunderli (Meggen, 25. August 2017))

Überblick über den Golfplatz Meggen. (Bild: Dominik Wunderli (Meggen, 25. August 2017))

Überblick über den Golfplatz Meggen. (Bild: Dominik Wunderli (Meggen, 25. August 2017))

Mit dem Caddie gehts weiter. (Bild: Dominik Wunderli (Meggen, 25. August 2017))

Mit dem Caddie gehts weiter. (Bild: Dominik Wunderli (Meggen, 25. August 2017))

Golfen in Meggen (Bild: Dominik Wunderli (Meggen, 25. August 2017))

Golfen in Meggen (Bild: Dominik Wunderli (Meggen, 25. August 2017))

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