Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MEGGEN: Frauen erzählen Märchen für Erwachsene

Märchenstunde nur für Erwachsene: Im Schlossgarten Meggenhorn verleihen «Abendspinnerinnen» einer alten Tradition neuen Glanz.
Luca Merlo
Die Luzerner Märchenerzählerinnen beim Fotoshooting am Vierwaldstättersee. (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)

Die Luzerner Märchenerzählerinnen beim Fotoshooting am Vierwaldstättersee. (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)

«Säen, wachsen und ernten»: So lautet das diesjährige Motto der «Märchenzeit 2014», organisiert von der Märchenstiftung Mutabor. Bereits zum sechsten Mal wird das Projekt unter dem Patronat der Schweizerischen Unesco-Kommission an über 300 Hörgelegenheiten in der Schweiz durchgeführt.

Zuhörer ab 14 Jahren

Einer der Erzählorte ist der Schlossgarten Meggenhorn in Meggen. Zehn Erzählerinnen der Gruppe «Abendspinnereien», die sich grösstenteils aus Märchenerzählerinnen aus der Region Luzern zusammensetzt, entführen an zwei Abenden im September in die mystische Welt der Dummlinge und Könige, der verwunschenen Prinzessinnen und sprechenden Tiere (siehe Kasten).

Erwünscht sind aber nur Zuhörer ab 14 Jahren. «Märchen richteten sich ursprünglich an Erwachsene. Bei diesen Anlässen geht es uns darum, diejenigen Botschaften des Märchens zu vermitteln, die Kinder sinngemäss noch nicht verstehen», erklärt die Meggerin Gabriela Bieri (50), eine der Erzählerinnen.

Keine Märchentanten

Zu Märchenerzählerinnen ausgebildet wurden die Frauen der «Abendspinnereien» über zwei Jahre in Wochenendkursen der Mutabor-Märchenstiftung. Dies ist eine Organisation, die sich für die Pflege alten Erzählgutes einsetzt und die Verbreitung des Schweizer Märchenschatzes fördert. Die Stiftung wurde 2003 gegründet und organisiert mehr als 300 Hörgelegenheiten jährlich.

Geschult wurden Sprechtechnik, Mimik sowie ein Verständnis für die Märchensymbolik. So stehen an den Märchenabenden denn in erster Linie auch die Geschichten hinter den Geschichten im Zentrum: Aus diesem Grund der Name «Abendspinnereien»: «Zum einen ist das Spinnrad ein viel verwendetes Sinnbild in Märchenerzählungen. Zum anderen werden auch Schicksale und Geschichten gesponnen», so Bieri.

Neben einer ausgeprägten Symbolik ist des Weiteren das Element des Unvorhergesehenen eine wesentliche Eigenschaft von Märchen. In diesem Sinne ist auch das eingangs erwähnte Motto der diesjährigen «Märchenzeit», das sich am Unesco-Jahresmotto «Family farming» orientiert, zu verstehen: «In den Märchen wachsen Menschen – an sich selber oder über sich hinaus, sie ernten, was sie säen und nicht selten etwas anderes als sie dachten», heisst es in der Information der Mutabor- Märchenstiftung zum Projekt.

Mut zum Zuhören

Die persönliche Faszination für Märchen hat Gabriela Bieri erst durch ihre eigenen vier Kinder entdeckt. Sie bemüht sich seither, den mystischen Erzählungen zu mehr Popularität in der Erwachsenenwelt zu verhelfen. Sie erinnert sich: «Kürzlich kam nach einer Erzählung ein Mann zu mir und sagte: «Ich hatte keine Ahnung, was hinter einem Märchen stecken kann.» «Das möchte ich mit dem Erzählen erreichen.» So auch am 9. September und am 11. September im Schlossgarten Meggenhorn. Und weil die Zuhörerschaft bei den bisherigen «Märchenzeiten» mehrheitlich weiblich war, betont Bieri lachend: «Männer dürfen ruhig auch den Mut haben, wieder mal einem Märchen zuzuhören.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.