Meggen
Rentner-Räuber muss nicht ins Gefängnis

Das Luzerner Kriminalgericht bestraft den heute 83-Jährigen mit einer bedingten Strafe. Der Bank und dem Gericht muss er knapp 22'000 Franken bezahlen.

Sandra Monika Ziegler
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Ein Rentner, der 2012 und 2017 Bankfilialen in Meggen überfiel, muss nicht ins Gefängnis. Er wurde vom Luzerner Kriminalgericht wegen räuberischer Erpressung und Betrug mit einer bedingten Strafe von 24 Monaten und einer bedingten Geldstrafe von 3600 Franken mit zwei Jahren Probezeit verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, es kann noch Berufung eingelegt werden.

Die Staatsanwaltschaft forderte an der Verhandlung vom 8. Januar eine Strafe von 36 Monaten Haft, wovon er ein Jahr absitzen müsse. Sie sah im Mann einen zwar älteren Täter – er war zur Tatzeit 75 und 80 Jahre alt – aber einen, der mit erheblicher krimineller Energie ans Werk ging. Es handle sich nicht um einen netten Raubüberfall eines liebenswürdigen Räubers.

Der Verteidiger plädierte für seinen geständigen Mandanten eine mildere Strafe, sah im Rentner eine Art Mister Bean. Er sei amateurhaft und mit wenig krimineller Energie zur Tat geschritten. Zu der bedingten Geldstrafe muss der Rentner noch Verfahrenskosten von 8200 Franken bezahlen. Den Banken muss er 13'280 rückvergüten.

2017 hat der Mann die Bank in Meggen überfallen.

2017 hat der Mann die Bank in Meggen überfallen.

Bild: Lucien Rahm