MEGGEN: Schöne Aussichtspunkte, historische Einblicke

Lauschige Weiher, sagenumwobene Bäume, stattliche Häuser: Zum 950- Jahr-Jubiläum gibts eine vielfältige Entdeckertour.

Hugo Bischof
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Projektleiter Thomas Wettstein (links) und Gemeindeammann Hans-Peter Hürlimann mit der Entdeckerkarte vor einer der 36 Sehenswürdigkeiten Meggens, der gut 30 Meter hohen Buche an der Kreuzbuchstrasse. (Bild Manuela Jans)

Projektleiter Thomas Wettstein (links) und Gemeindeammann Hans-Peter Hürlimann mit der Entdeckerkarte vor einer der 36 Sehenswürdigkeiten Meggens, der gut 30 Meter hohen Buche an der Kreuzbuchstrasse. (Bild Manuela Jans)

Die riesige Kreuzbuche an der Kreuzbuchstrasse in Meggen vis-à-vis dem Englischen Friedhof ist unübersehbar. Der mächtige Baum ist eine von 36 Sehenswürdigkeiten, die man auf einer speziellen Tour durch Meggen «entdecken» kann. Die soeben gestartete Megger Entdeckertour ist eine von diversen Aktionen zum diesjährigen 950-Jahr-Jubiläum Meggens. Sie führt über 17 Kilometer rund um das ganze Dorf.

«Man muss die Tour aber nicht an einem Tag als Ganzes absolvieren», sagt Projektleiter Thomas Wettstein, Abteilungsleiter Planung/Bau bei der Gemeinde. «Man kann die einzelnen Etappen beliebig unterbrechen, neu starten oder anders kombinieren.» Rund vier Stunden Wanderzeit muss man für die ganze Tour einrechnen – die Zeit, die man an den einzelnen Stationen verweilt, ist darin nicht inbegriffen.

Liebe, Stolz und Tod

Zurück zur Kreuzbuche beim Englischen Friedhof: Um sie ranken sich zwei alte Sagen. Nachlesen kann man diese in kurzen Begleittexten auf der übersichtlich gestalteten Entdeckerkarte. Einerseits soll sich dort einmal ein Pilger aus Einsiedeln verirrt haben; mit Hilfe der Muttergottes fand er seinen Weg wieder, worauf er einen Gedenkstein stiftete, der noch heute dort zu sehen ist.

Die zweite Sage erzählt eine Episode aus der Zeit der Vertreibung der Habsburger im 14. Jahrhundert. Die Burgherrin habe ihren Mann damals vor dem Tod gerettet. Denn als man ihr zugestand, «das Liebste mit sich fortzutragen», habe sie sich für ihren Mann entschieden. Der stolze Ritter ertrug die Schmach, von einem «schwachen» Weib errettet worden zu sein, laut Sage jedoch nicht und erstach seine Frau. Wenig später nahm er sich am gleichen Ort, bei der Kreuzbuche, selber das Leben.

Auf der Entdeckertour begegnet man auch bekannten Wahrzeichen Meggens – etwa der Piuskirche oder der 1520 auf einer Sandsteinplatte erbauten Kapelle namens «Unserer Lieben Frau auf der Platten» und Schloss Meggenhorn. Es gibt aber auch Unbekannteres zu entdecken, etwa den Weiher Schwerziried im Meggerwald mit seiner reichen Tierwelt wie Libellen, Ringelnattern oder Kleinkrebsen.

Eine herrliche Aussicht hat man von der Lindenhöhe an der Dreilindenstrasse. Hier und an vier weiteren Standorten errichtete die Gemeinde je einen Habichtblick (einfaches Fernrohr ohne Linsen); damit lassen sich das Voralpen- und Alpenpanorama sowie andere Orientierungspunkte in der Landschaft avisieren.

Altstad-Insel mit Burgruine

Speziell ist Station 28. Von hier aus sieht man die im Vierwaldstättersee südlich von Meggenhorn gelegene Alt­stad-Insel. Auch hier gibt es einen kleinen Infotext. Demnach waren wegen des tiefen Seespiegels um 1200 die Uferregionen zu seicht, um mit den grossen Nauen nach Luzern zu navigieren. Deshalb wurden im Bereich der Altstad-Insel die auf dem Seeweg ankommenden Waren in kleinere Boote umgeladen. Von daher der Name Alt­stad, was so viel wie «alte Landestätte» heisst.

Die Habsburger erhoben dort ihre Warenzölle. Die von ihnen errichtete Befestigungsanlage wurde von den Luzernern und Eschenbachern 1240 zerstört; die Ruine ist noch heute sichtbar. Die Altstad-Insel befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

Schwimmend auf St.-Nikolaus-Insel

Westlich der Altstad-Insel liegt die winzige St.-Nikolaus-Insel. In der kleinen Kapelle darauf steht eine Statue des heiligen Nikolaus von Myra, des Schutzpatrons der Fischer und Seefahrer. Wie Einheimische wissen, befand sich diese früher in der Luzerner Hofkirche. Damals personifizierte sie nicht den heiligen Nikolaus, sondern Papst Klemens. Nach dem Brand der Hofkirche 1633 wurde die beschädigte Statue umbenannt und auf die kleine Insel vor Meggen umplatziert – auch das ein pikantes Detail in der Geschichte Meggens.

Zur St.-Nikolaus-Insel hat der Megger Gemeindeammann HansPeter Hürlimann interessante Informationen. «Man kann sie schwimmend oder mit kleinen Booten erreichen», erzählt er. Offensichtlich geschehe das ab und zu. «Denn bei der Kapelle ist ein Opferkässeli angebracht, das immer wieder mit Münzen gefüllt ist», so Hürlimann.

Für die Realisierung der Tour setzte die Gemeinde Meggen rund 20 000 Franken ein. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Megger Werbe- und Marketingfirma SE Implus!.

Hinweis

Die Karten für die Entdeckertour liegen gratis im Gemeindehaus Meggen auf. Weitere Infos unter www.meggen.ch