MEGGEN: Wegen Tiefgarage: Chalet steht auf Stelzen

Spektakuläre Baustelle in Meggen: Für eine neue Überbauung muss ein Chalet weichen – aber nur vorübergehend.

Sarah Weissmann
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Das «fliegende» Haus von Meggen muss noch ein paar Monate warten, bis es wieder auf festem Boden steht. (Bild Pius Amrein)

Das «fliegende» Haus von Meggen muss noch ein paar Monate warten, bis es wieder auf festem Boden steht. (Bild Pius Amrein)

Ein ungewöhnlicher Anblick bietet sich den Anwohnern der Moosmatthalde in Meggen derzeit, wenn sie aus ihren Fenstern schauen. Das benachbarte dunkelbraune Holzhaus scheint in der Luft zu schweben – auf den ersten Blick zumindest. Bei genauerem Hinschauen ist zu erkennen, dass das Chalet von fünf Holzpfosten getragen wird. Nichtsdestotrotz, es bleibt ungewöhnlich.

Was also hat es mit dem Haus auf sich? «Es wird komplett umgebaut und erhält neben einer Einstellhalle, die alle Häuser erschliesst, einen zusätzlichen Keller. Um das zu realisieren, mussten wir das Gebäude vorübergehend auf Pfosten stellen», sagt Robert Schmidlin, Geschäftsführer der Kost Holzbau AG in Küssnacht, die den Bau realisiert.

Zu nahe am Wald

Durch den Umbau werde das Haus in erster Linie auf die Bedürfnisse der Besitzer zugeschnitten. Doch den relativ grossen und eher unüblichen Aufwand betreibe man auch aus anderen Gründen, sagt Schmidlin. So etwa wegen des Waldabstands. Denn dieser muss laut Gesetz mindestens 20 Meter betragen, wie Thomas Wettstein vom Bauamt Meggen auf Anfrage sagt. Das Chalet unterschreite diesen. Das ist zwar kein Grund, das Gebäude zu entfernen. Würde es aber durch einen Neubau ersetzt, müsste der Mindestabstand zum Wald eingehalten werden. Das hätte zur Folge, dass ein grosser Teil des Grundstücks gar nicht bebaut werden dürfte – es gäbe maximal Platz für einen Wohnblock auf dem gesamten Gelände. Die Bauherren haben also allen Grund, das Chalet in Waldnähe zu belassen – so haben sie auf der anderen Seite genügend Platz für insgesamt vier Häuser. Abgesehen davon stehe das Chalet am schönsten Fleck des Grundstücks, sagt Schmidlin: «Wenn man dort aus dem Fenster schaut, hat man einen schönen Rundblick, sieht auf den Vierwaldstättersee und die Rigi.»

Der Umbau des Chalets sei für das Unternehmen eine interessante Herausforderung, sagt Schmidlin. «Wir haben schon einige spezielle Umbauprojekte realisiert, das ist unsere Stärke. Doch das Besondere hierbei sind natürlich ganz klar die Pfosten, die für einen Hingucker sorgen.» Um ein Haus so in die Höhe zu befördern, ohne dass es Schaden nimmt, dafür sei viel Know-how gefragt.

Haus ist auch in der Luft begehbar

Schmidlin betont, dass das Chalet in seinem jetzigen Zustand zwar begehbar sei. «Aber eine Baustelle darf man grundsätzlich nicht betreten.» Dies sei laut Schmidlin zurzeit nicht mal für die Arbeiter nötig, da man mit dem Umbau im und am Haus selbst erst beginne, wenn der Unterbau stehe und die Stelzen wieder weggenommen werden können. Zu welchem Zeitpunkt das sein wird, konnte Schmidlin noch nicht genau sagen. «Sicher im Laufe der nächsten Monate.»