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MEGGEN: Weiter Weg zum Wasserhahn

Die Gemeinde bezieht ihr Wasser seit 1910 hauptsächlich von der Rigi. Nun wird die 23 Kilometer lange Leitung saniert. Doch wie kommt eine Seegemeinde auf die Idee, ihr Wasser von so weit herzuholen? Eine Geschichte, die länger ist als die Leitung.
Sandra Monika Ziegler

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Der grösste Teil des Megger Wassers ist Quellwasser und gelangt oberhalb von Lauerz durch eine 23 Kilometer lange Transportleitung in die Luzerner Seegemeinde. Dort besitzt Meggen 19 eigene Quellen. Diese Wasserversorgung besteht seit 1910 und gilt als Jahrhundertwerk.

Doch dieses ist nun in die Jahre gekommen. Geplant ist daher, bis 2040 die Leitung in drei Etappen zu sanieren. Die Kosten werden auf rund 15 Millionen Franken geschätzt. Die erste Etappe betrifft die Leitung von Küssnacht nach Merlischachen. Dafür wird der Gemeinderat am 26. November einen Sonderkredit von rund 5 Millionen Franken beantragen. Für die Sanierung hat sich Meggen entschieden, nachdem eine Studie in den Jahren 2012/13 das Konzept der Wasserversorgung geprüft hatte.

Versorgung aus dem See wäre teurer

Untersucht wurden dabei drei Varianten: ein neues Seewasserwerk, der Anschluss an die Wasserversorgung Luzern und die Erschliessung neuer Ressourcen. Laut der Studie sind aber die jährlichen Betriebskosten für die aktuelle Wasserversorgung rund 100 000 Franken tiefer als die drei anderen Varianten. Dies ist unter anderem ein Grund, warum die Gemeinde an der Versorgung aus Lauerz festhält.

Gemeindeammann HansPeter Hürlimann (FDP): «Die Studie zeigt auf, dass die Versorgung aus dem Quellgebiet Lauerz nicht nur hohe Versorgungssicherheit und beste Wasserqualität bietet, sondern auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt. Rund 85 Prozent des Wassers kommt aus Lauerz.» Weiter ist Meggen mit der Wasserversorgung der Stadt Luzern, Küssnacht und Adligenswil vernetzt. So ist der Ankauf wie auch der Verkauf von Wasser jederzeit möglich. Diese Optionen garantieren eine hohe Versorgungssicherheit. Dass sich das rechnet, belegt auch die Rechnung 2016. Die Gemeinde konnte bei der Wasserversorgung einen Ertragsüberschuss von 92 000 Franken verzeichnen.

Gefälle macht Pumpwerk überflüssig

Doch wie kommt es, dass Meggen sein Wasser vom Rigi-Nordhang bezieht? Dazu gibt die Chronik Wasser in Meggen ausführlich Auskunft. So wurde schon im Jahr 1904 eine mögliche Seewasserversorgung geprüft. Die Resultate gaben zwar ein sehr «günstiges Resultat», wie im Bericht festgehalten wurde. Als einziger negativer Punkt wurde jedoch bemerkt, dass die jährlichen Betriebskosten hoch ausfallen würden.

Die Gemeinde strebte weiterhin eine eigene Wasserversorgung an. Dies gleich aus mehreren Gründen: Meggen wuchs kontinuierlich aufgrund der fortschreitenden Industrialisierung, der Gotthardbahn und der intensiven Landwirtschaft. Im Jahr 1907 wurden Kostenrechnungen erstellt und die Seewasser- der Quellwasserversorgung gegenübergestellt.

Für die Quellwasserversorgung kam nur der Standort Lauerz in Frage. Denn die Wassermenge war gross genug, und das Gefälle machte gar ein Pumpwerk überflüssig. Federführend für die Quellwasserversorgung war damals der Gemeindeammann Alois Scherer-Stalder (1870–1934). Es brauchte viel Überzeugungsarbeit, und Gemeindeammann Scherer legte sich mächtig ins Zeug. Im Jahr 1908 wurden weitere Gutachten und Kostenberechnungen erstellt. Auch wurde schon eruiert, welche Haushaltungen dereinst Rigiwasser beziehen wollen. 50 Haushaltungen meldeten sich. Damals zählte die Gemeinde 1250 Einwohner. Das Projekt Lauerz nahm immer mehr Gestalt an.

Im Jahr 1909 war es dann das grosse Thema an der Einwohnergemeindeversammlung vom 21. März. Das Vorhaben galt als äusserst ambitioniert, sowohl aus technischer wie aus finanzieller Sicht. Das Projekt Lauerz inklusive Ankauf der Quellrechte schlug mit 670 000 Franken zu Buche und machte damit ein Mehrfaches der damaligen Steuereinnahmen aus, die laut Chronik mit knapp 80 000 Franken pro Jahr beziffert wurden. Scherers Engagement zahlte sich aus. Dem Projekt wurde zugestimmt – laut Chronik geschah dies um Punkt ein Uhr mittags. Die Wasserleitung wurde gebaut und am 1. August 1910 feierlich eingeweiht.

Damit die Wasserqualität im Quellwassergebiet in Lauerz erhalten bleibt, wurden auf rund 79 500 Quadratmetern Schutzzonen eingerichtet. Dort dürfen die Landwirte den Boden nur beschränkt nutzen. Eine intensive Bewirtschaftung ist in diesem Gebiet also ausgeschlossen. Dies soll verhindern, dass die Grundwasserfassung wie auch die unmittelbare Umgebung beschädigt oder verschmutzt werden. Für den Ertragsausfall, der durch die eingeschränkte Nutzung entsteht, erhalten die Landwirte jährlich 3785 Franken, wie in der «Gmeindsposcht Meggen» geschrieben steht.

Hinweis

Quelle: Chronik Wasser in Meggen und diverse Ausgaben der «Gmeindsposcht».

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