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MEGGEN: Wird Stimmvolk ausgetrickst?

Die Kreuztrotte polarisiert. An der Gemeindeversammlung gab es harte Worte gegen die vom Gemeinderat präsentierte Lösung – und Kritik am Denkmalschutz.
Hugo Bischof
Das Objekt jahrelanger heftiger Diskussionen: die baufällige Kreuztrotte in Meggen. (Bild Dominik Wunderli)

Das Objekt jahrelanger heftiger Diskussionen: die baufällige Kreuztrotte in Meggen. (Bild Dominik Wunderli)

Die alte, baufällige Kreuztrotte an der Gotthardstrasse neben dem Gasthaus Kreuz ist seit Jahren ein Thema in Meggen. Die einen möchten das aus dem 19. Jahrhundert stammende Gebäude am liebsten abreissen. Andere finden es dorfbildprägend und somit erhaltenswert. An der Gemeindeversammlung vor einer Woche im Gemeindehaus gab die Trotte nochmals viel zu reden.

«Schlechtes Stück Demokratie»

Dabei fielen auch harte Worte. Ein anwesender Megger sprach von einem «schlechten Stück Demokratie». Der frühere Gemeinderat habe versprochen, das Thema an die Urne zu bringen. Das sei immer wieder verschoben worden und jetzt wohl definitiv kein Thema mehr. «Damit wird das Stimmvolk ausgetrickst», wetterte der erboste Bürger.

Den Hintergrund bilden die Pläne des Gemeinderats, das benachbarte Grundstück Kreuzmatte nun im Baurecht an zwei Baugenossenschaften abzugeben. Diese wollen darauf zwei Wohngebäude mit 22 preisgünstigen Wohnungen bauen. Als Gegenleistung müssen sie das Kreuztrotte-Gebäude sanieren. Dass man die Stimmbürger austricksen wolle, dementierte Gemeindepräsident Urs Brücker. «Wir suchen eine Lösung zu finden, die den Anforderungen der Demokratie entspricht», versprach er den 149 anwesenden Meggern.

2,3 Millionen Franken soll die Sanierung der Kreuztrotte nun kosten. Früher war von 3 Millionen Franken die Rede gewesen. «Möglich wird dies, weil neu nur die zwei oberen Stockwerke warmsaniert und das Erdgeschoss kaltsaniert werden», sagte Gemeindeammann Hans­Peter Hürlimann.

Kreuztrotte als «Leiche» tituliert

Trotz beruhigenden Erklärungen des Gemeinderats blieb die Stimmung hitzig. Ein Anwesender störte sich daran, dass die künftigen Bewohner der Genossenschaftswohnungen die Kreuztrotte – die er als «Leiche» titulierte – «quersubventionieren» müssten. Eine Quersubventionierung werde es nicht geben, erklärte Rudolf von Ah, Präsident der Liberalen Wohnbaugenossenschaft Meggen. Auch Gemeindeammann Hürlimann betonte: «Die Kreuztrotte soll so genutzt werden, dass sie einen Ertrag erwirtschaftet.» Konkrete Pläne liegen allerdings noch nicht vor.

Die Kreuztrotte wurde vom Kanton 2012 unter Denkmalschutz gestellt. Sie bilde mit dem gegenüberliegenden Gasthof Kreuz und seinem Jugendstilanbau eine für das Ortsbild von Meggen bedeutende Baugruppe, lautete die Begründung. Auch das wurde an der Versammlung kritisch hinterfragt. «Es wäre gescheiter, die Trotte abzureissen und an ihrer Stelle ein drittes Wohngebäude zu errichten», meinte ein Anwesender.

Wie viel zahlt der Kanton?

Gemeindepräsident Brücker bekannte offen, dass auch ihm lieber wäre, «wenn man drei anstatt nur zwei neue Gebäude bauen könnte». Dies sei aber wegen der Unterschutzstellung nicht möglich. Ein Anwesender fragte süffisant, was der Kanton an die Sanierung zu zahle gedenke, «wenn ihm schon so viel an diesem Haus liegt». Der Beitrag der Denkmalpflege werde verhandelt, antwortete der Gemeindepräsident. Es dürfte sich aber um einen «kleineren Teil» der Gesamtsumme handeln.

«Eine Aussage über die allfällige Höhe eines Staatsbeitrags an die Renovation der Kreuztrotte kann ich im Moment leider noch nicht machen», sagte die kantonale Denkmalpflegerin Cony Grünenfelder auf Anfrage unserer Zeitung. «Mir liegen im Moment keine entsprechenden Kosten zur Beurteilung vor.» Schleunigst Zeit also, dass Meggen dem Kanton diese Zahlen vorlegt.

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