MEGGEN/RICKENBACH: Das Armbrust-Opfer klagt die Polizei an

Sie ist schwer misshandelt und angeschossen worden. Heute ist die Frau überzeugt, dass die Tat hätte verhindert werden können. Dem Kanton droht ein Prozess.

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Ein typengleiches Modell der Tatwaffe. (Bild Kapo Luzern)

Ein typengleiches Modell der Tatwaffe. (Bild Kapo Luzern)

Am Samstag, 22. September 2007, nimmt sich Remo E.* (41) im Gefängnis Grosshof in Kriens das Leben. Zwei Tage zuvor war er in Rickenbach von der Polizei überwältigt worden. Er hatte seiner Ex-Freundin Xenia K.* (37) mit einer Handarmbrust drei Mal in die Brust geschossen. Trotz Suizid des Täters: Für das Opfer aus Meggen ist der Fall nicht abgeschlossen, wie der «Beobachter» in seiner Ausgabe vom Freitag berichtet. K. ist überzeugt: «Die Polizei musste wissen, dass Remo ausser Kontrolle gerät – und dass ich sein Opfer würde. Doch mir wurde dieses Wissen bis zum Schluss vorenthalten.»

Wenige Tage vor der Tat hatte Xenia K. Kontakt mit der Luzerner Kantonspolizei. Sie berichtete einem Beamten von ihrer Sorge, dass E. mit der von ihr eingeleiteten Trennung nicht umgehen könne. Der Beamte wusste, von wem die Rede war: Der Täter sei «pol. bestens bekannt, (?) Tötungsdelikt und diverse Vorgänge, darunter Stalking», zitiert der «Beobachter» aus dem Eintrag im Polizeijournal. Die Polizei informierte die Frau aus Gründen des Datenschutzes aber nicht über die kriminelle Vergangenheit von Remo E.

Jérôme Martinu

HINWEIS
*Namen von der Redaktion geändert

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.