Megger Bevölkerung: Ja zu besserer Abdeckung – Nein zu 5G

Die Megger Bevölkerungsbefragung zeigt: Neue Technologien sind umstritten. Nun wird ein Moratorium erwägt.

 Sandra Monika Ziegler
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Anfang Jahr flatterte bei rund 6455 Meggerinnen und Meggern ein Fragebogen in den Briefkasten. Darin wurden die Empfänger gebeten, vier Fragen zum Thema Mobilfunk zu beantworten.

Über 52 Prozent der Fragebögen wurden ausgefüllt und retourniert. Ein erfreuliches Ergebnis, wie die Gemeinde gestern mitteilte. Das zeige, dass das Thema interessiere. Nun will der Gemeinderat den Willen der Bevölkerung umsetzen.

Junge wie Alte wollen besseren Empfang

Die Auswertung der Fragen zeigen die Einstellungen zum Mobilfunk je nach Altersgruppe. Grosse Einigkeit herrscht etwa bei der Frage: «Sind Sie der Ansicht, dass eine bessere Mobilfunkabdeckung in Meggen erforderlich ist?» Sämtliche Altersgruppen haben hier mehrheitlich zugestimmt. Auch sind sich zwei Drittel der Befragten einig, dass sich Meggen für eine koordinierte und bessere Mobilfunkabdeckung von Standorten in öffentlichen Zonen engagieren soll – jedoch ohne 5G-Technologie. Zur Diskussion stehen eine frei stehende Antenne mit einer Höhe von 25 Metern neben dem Schützenhaus (Standort Mitte) und eine mit einer Höhe von 30 Metern bei der Tennisanlage an der Sentibühlstrasse (Standort Ost). Der Standort West beim Alterssiedlung Sunneziel liegt in der Kompetenz der betreibenden Stiftung. Einige Antworten enthielten die Anregung, die Antennen oberhalb der Wohnzonen zu erstellen. Dafür habe man vom Kanton aber kein grünes Licht erhalten. Gemeindeammann HansPeter Hürlimann (FDP) sagt: «Aus rechtlichen Gründen können keine Sonderbauzonen für Mobilfunkantennen ausserhalb des Siedlungsgebietes genehmigt werden.» Mit der Koordination will die Gemeinde einen «Wildwuchs» verhindern.

5G-Antennen lehnten die Befragten mit 52 Prozent ab. Besonders fiel das Nein bei den 16/17-Jährigen und den 41 bis 65-Jährigen aus. Die Über-66-Jährigen haben weniger Bedenken. Das Resultat wurde den drei Anbietern Swisscom, Sunrise und Salt mit den übrigen Auswertungen mitgeteilt. Der Gemeinderat ersuchte die Anbieter um eine Stellungnahme zu einer Vereinbarung, welche den Verzicht auf 5G beinhaltet. Sobald diese Antworten vorliegen, weiter informiert.

Abbruch der bestehenden Antennen ist kein Thema

Nicht zur Debatte stand, ob die zwei bestehenden Grossantennen abgebrochen werden sollen. Und – falls die Anbieter einem Verzicht auf 5G-Antennen zustimmten – ob dies einem Moratorium gleichkommt. Kriens hat ein solches bereits eingeführt. «Die Dauer des Moratoriums hängt davon ab, ob die Überprüfung der erlaubten Strahlung möglich und die Unbedenklichkeit von 5G geklärt ist», sagt Hürlimann. Wird demnach mit dem geplanten Bau zweier neuer Antennen die Kapazität erweitert? Hier gehe es um eine bessere Abdeckung für das gesamte Gemeindegebiet, betont Hürlimann.

«Die Interessengemeinschaft für die sinnvolle Nutzung neuer Technologien begrüsst den Verzicht auf 5G-Antennen», sagt Hansurs Gretener von der Geschäftsstelle. Denn für den Empfang im Freien reiche das Angebot. Verbesserungspotenzial sieht die IG beim Ausbau des Glasfasernetzes. Hier könnte die Gemeinde Hand bieten für den Abschnitt von der Strasse zum Haus, so Gretener. Damit würde der Empfang zuhause verbessert.

Hinweis: Unter www.meggen.ch findet man die Befragung.

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