Kommentar

Mehr Disziplin ist wichtig – aber Corona-Panik ist fehl am Platz

Die Zahl der positiven Covid-19-Tests steigt schnell, die Unsicherheit wächst. Die unterschiedliche bis verwirrende Lage bei der Behörden- und Expertenkommunikation und bei den verhängten Massnahmen trägt nicht eben zur Beruhigung der Lage bei. Und was noch immer fehlt: Die Zulassung der Schnelltests, um Quarantänefälle zu verkürzen.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu, Chefredaktor Luzerner Zeitung und Regionalausgaben.

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Bild LZ

Höchste Zeit, dass dieses Wochenende beginnt. Denn das erhöht die Chance, dass sich die Gemüter wieder ein bisschen beruhigen – und das wäre aktuell sehr wichtig. Die schweizweit stark steigende Zahl positiver Covid-19-Fälle sorgt für Verunsicherung. Die Lage ist tatsächlich fragil, der Aufruf zu mehr Disziplin in der Bevölkerung gerechtfertigt. Grund zur Panik gibt es derzeit aber bestimmt nicht. Bloss: Die grossen Unterschiede der Behörden- und Experteneinschätzungen und der neuen, föderalen Massnahmen tragen nicht eben zur nötigen Besonnenheit bei. Und wenn ein Kanton wie Luzern in Inseraten die «Phase rot!» ausruft, die Regierung aber die Bevölkerung noch nicht einmal zur Lage informiert hat, dann braucht man sich über steigende Nervosität nicht weiter zu wundern.

Quarantäne-Kettenreaktionen nehmen nun auffällig zu. Auch darum wächst die Besorgnis, gerade bei den KMU. Sie können es sich in der eh schon schwierigen wirtschaftlichen Situation nicht leisten, wenn grosse Teile der Belegschaft wegen Quarantäne ausfallen. Handwerksbetriebe, Produktionsstätten, offene Verkaufsgeschäfte... Homeoffice ist vielerorts unmöglich.

Höchste Zeit, dass diverse Kantone das unzuverlässig gewordene Contact-Tracing verstärken. Und dass die Prüfer des Bundes die Corona-Schnelltests endlich freigeben, so wie bereits in diversen Ländern. Die Schnelltests können für die so wichtige Quarantäne-Verkürzung und damit für Entspannung sorgen.

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