Der Kanton Luzern und der Bund sprechen als Folge der Pandemie mehr Geld für die Luzerner Kultur

Der Kanton Luzern verlängert die Ausfallentschädigung im Kulturbereich. Der Regierungsrat spricht dafür weitere 2,7 Millionen Franken.

Dominik Weingartner
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Das Blue Balls findet dieses Jahr nicht statt. Das Festival hat Anspruch auf Ausfallentschädigung.

Das Blue Balls findet dieses Jahr nicht statt. Das Festival hat Anspruch auf Ausfallentschädigung.

Alexandra Wey/Keystone

Die Kulturbranche gehört zu den grossen Leidtragenden der Coronapandemie. Viele Veranstaltungen sind bereits abgesagt worden – auch im Kanton Luzern. Zuletzt hat das Jazz Festival Willisau bekanntgegeben, dass der Anlass dieses Jahr wegen der Schutzbestimmungen nicht durchgeführt werden kann.

Gegen die Ertragsausfälle in der Kulturbranche hat der Bundesrat den Kantonen bereits im Frühjahr 145 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Bedingung für diese Zahlungen ist jedoch, dass die Kantone den Bundesbeitrag verdoppeln. Der Luzerner Regierungsrat hat im April beschlossen, 5,6 Millionen Franken für den Kultursektor bereitzustellen.

Blue Balls und Lucerne Festival können profitieren

Jetzt wurde das Hilfsprogramm vom Bund verlängert – mit Folgen für den Kanton Luzern. Veranstaltungen, die bis zum 31. Oktober abgesagt oder verschoben werden müssen, sind nun anspruchsberechtigt. Der Bund schiesst weitere 50 Millionen Franken zu, der Kanton Luzern beteiligt sich darum mit zusätzlichen 2,7 Millionen Franken.

Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) sagt: «Es müssen nicht mehr nur finanzielle Verluste für vier Monate, sondern neu für acht Monate gedeckt werden. Die grossen und national bedeutenden Festivals wie Blue Balls Lucerne und Lucerne Festival, welche abgesagt wurden, sind im Kanton Luzern nun ebenfalls anspruchsberechtigt.»

Laut Schwerzmann habe der Bund den Kantonen «nach nicht einfachen Verhandlungen eine zusätzliche, deutlich kleinere Summe als zu Beginn» offeriert – also die 50 Millionen Franken. Diese wurde neu aufgeteilt. Schwerzmann erklärt:

«Es gibt Kantone, welche auf eine zweite Auszahlung verzichten und solche, wie etwa Luzern mit seinem starken und bedeutenden Kulturangebot, welche nicht verzichten konnten.»

Bisher sind 280 Gesuche eingegangen

Insgesamt stehen für die Luzerner Kultur 17 Millionen Franken zur Verfügung – je zur Hälfte getragen von Bund und Kanton. Laut dem Kanton sind bis zum 22. Juni rund 280 Entschädigungsgesuche für Ausfälle von insgesamt 25 Millionen Franken eingegangen. Davon werden maximal 80 Prozent ausbezahlt. Zudem werden Leistungen der Ausgleichskasse und von Suisseculture Sociale angerechnet, sodass Schwerzmann davon ausgeht, dass aktuell 17 Millionen Franken ausbezahlt werden müssten. Also genau so viel, wie jetzt zur Verfügung steht.

«Sollte dieses Geld nicht reichen, müsste «die Lage von der Regierung neu beurteilt werden», so Schwerzmann. «Eine lineare Kürzung wäre eine Möglichkeit.» Denn: Die Bundesverordnung sieht eine Entschädigung von 80 Prozent der Ausfälle als Obergrenze vor. Demnach könnte sie auch tiefer ausfallen.

Mehr Gesuche nach den Sommerferien erwartet

Wie viel Geld die Ausfälle der grossen Anlässe Blue Balls und Lucerne Festival schlussendlich kosten werden, kann der Kulturdirektor noch nicht sagen. Die Ausfälle seien zwar abschätzbar, «müssen aber laufend aktualisiert und neu berechnet werden». Eine Zahl will Schwerzmann nicht nennen.

Die Zahl der Gesuche sei aktuell stabil, «wird nach den Sommerferien in der Tendenz aber zunehmen beziehungsweise einige Gesuche werden verlängert werden», so Schwerzmann. Das hänge stark von der weiteren Entwicklung der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen ab.