Kommentar

Mehr Geld für Luzerner Sportvereine: Der Praxistest folgt erst noch

Der SVP-Fraktionschef des Luzerner Kantonsrats fordert mehr Steuergelder für den Breitensport. Sein Anliegen erhält breite Unterstützung. Ob es dem Parlament damit wirklich ernst ist, wird sich weisen müssen.

Lukas Nussbaumer
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Lukas Nussbaumer.

Lukas Nussbaumer.

Die Coronapandemie führt bei Kulturbetrieben und Sportvereinen zu hohen Ertragsausfällen. Während der Bund und die Kantone der Kultursparte schon im April Geld ausbezahlt haben, wurden die Sportvereine auf Ende Jahr vertröstet. Das hat den Luzerner SVP-Fraktionschef Urs Dickerhof, der auch Präsident des Innerschweizerischen Fussballverbands ist, zu einer parlamentarischen Anfrage bewogen. Weil ihn die regierungsrätlichen Antworten frustriert haben, verlangt er nun unabhängig von der Coronakrise mehr Geld für den Breitensport.

Frustriert war Dickerhof, weil der Kanton Luzern die Kultur jährlich mit 22,7 Millionen Franken unterstützt, während in den Breitensport nur 6,9 Millionen fliessen. Das sei eine «extreme Benachteiligung» für Sportvereine, folgerte er – vergisst dabei aber: 19 Kulturmillionen gehen an grosse Betriebe wie das Luzerner Theater oder das Lucerne Festival. Die Dorfkultur auf der Landschaft erhält also weniger Mittel als der Breitensport.

Die Diskussion um die Höhe der Unterstützung für Kultur und Sport wird im Kanton Luzern, der im Zentralschweizer Vergleich finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, seit Jahren geführt. Nun wird sie ganz konkret: Die Forderung nach mehr Geldern für den Sport wird vom Gros des Kantonsrats unterstützt. Die Regierung wird also eine höhere Unterstützung vorschlagen müssen. Und erst dann wird sich weisen, ob die Mehrheit des Parlaments tatsächlich bereit ist, tiefer in die Steuerschatulle zu greifen.