Kommentar
Mehr Luzerner Polizisten sind dringend nötig

Mit einem Verhältnis von 617 Einwohnern pro Polizist ist Luzern im kantonalen Vergleich im Hintertreffen. Nicht nur darum braucht die Luzerner Polizei mehr Ressourcen.

Alexander von Däniken
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Alexander von Däniken

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Die Bevölkerung im Kanton Luzern fühlt sich gemäss Umfragen sicher, und die kürzlich präsentierte Kriminalitätsstatistik zeigt mehrheitlich rückläufige Zahlen. Selbst in Krisenzeiten wie dieser kontrollieren Polizisten zuverlässig, ob Gruppenbildungs- oder Ladenöffnungsverbote eingehalten werden.

Doch das Bild trügt. Die Luzerner Polizei braucht mehr Personal. Das zeigt erstens ein Vergleich mit den anderen Polizeikorps. Nur in 6 der 25 übrigen Kantone ist ein Polizist für noch mehr Einwohner zuständig als in Luzern. Die Sparmassnahmen der letzten Jahre haben auch offenbart, wie wenig finanziellen Spielraum die Luzerner Polizei hat: Polizeiposten mussten zwischenzeitlich geschlossen werden – als Folge des Überstundenabbaus. Zudem können einzelne Aufgaben nur halbherzig erfüllt werden. Bei Krawallen rund um Fussballspiele betreibt die Polizei Schadensbegrenzung, statt auf Festnahmen vor Ort zu setzen.

Noch kann das Korps unter der Führung von Adi Achermann funktionieren. Doch die Personalknappheit verschärft sich mit jedem Jahr. Die Bevölkerungszahl wächst schneller als die Vollzeitstellen der Polizei. 617 Einwohner hat ein Luzerner Polizist nun zu betreuen. Das angestrebte Verhältnis von 1:600 wird auch in den nächsten Jahren klar verfehlt. Der Rückstand ist mit Blick auf neue Herausforderungen wie Cyberkriminalität gefährlich. Regierung und Parlament müssen darum rasch reagieren.