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Bauen im Kanton Luzern: Die Zeit der Zersiedlung ist bald vorbei

Die Bevölkerung wächst und beansprucht mehr Platz. Das stellt die Gemeinden vor Herausforderungen, weiss Regierungsrat Robert Küng. Der Bau von Einfamilienhäuser etwa ist kaum mehr möglich.
Niels Jost

Im Kanton Luzern leben immer mehr Menschen. Über 406 000 waren es Ende 2017. Entsprechend wird auch fleissig gebaut – aber nicht überall: Anteilsmässig am meisten neue Wohnungen sind in der Region Sursee entstanden, und nicht, wie man annehmen könnte, im Gebiet Luzern Süd. In Sursee betrug der Anteil Neuwohnungen am Gesamtwohnungsbestand Ende 2016 über 2,5 Prozent.

Diese neuesten Zahlen präsentierte gestern Norbert Riesen, Direktor von Lustat Statistik Luzern. Am wenigsten neue Wohnungen wurden in der Stadt Luzern und im Entlebuch erstellt, wo die Anteile unter 1 Prozent lagen. Der kantonale Durchschnitt belief sich auf 1,5 Prozent, was ungefähr dem Anteil der Agglomeration entsprach. Geht man allerdings von absoluten Zahlen aus, so Riesen, ist klar zu erkennen, dass in der Agglo die meisten Neuwohnungen erstellt wurden.

Quelle: Lustat Statistik Luzern

Quelle: Lustat Statistik Luzern

Siedlungsfläche hat um 41 Prozent zugenommen

Dieser Bau-Boom wirkt sich auf das Landschaftsbild aus. So hat die Siedlungsfläche seit 1980 um 41 Prozent zugenommen – ein Wachstum von rund 4500 Hektaren oder eineinhalbmal der Fläche der Stadt Luzern. «Doch wer jetzt denkt, überall stehen Baukräne, der liegt falsch», schlussfolgerte Regierungspräsident Robert Küng an der Präsentation. Denn die Zeiten, in denen Gemeinden Parzelle um Parzelle verbauen und ungebrochen wachsen konnten, seien vorbei, so der FDP-Baudirektor. Verdichtetes Bauen nach innen – so laute das heutige Credo.

Spätestens aber Ende 2023, wenn alle Gemeinden ihre Bau- und Zonenordnung dem übergeordneten Recht angepasst haben müssen, werde man merken: Die Zeiten der Zersiedelung sind vorbei. Gebaut werden soll dann nur noch in bereits bestehendem Siedlungsgebiet. Ein Vorgehen, das viele Herausforderungen mit sich bringe: «Es braucht ein Umdenken bei der Gestaltung des Siedlungsraumes», sagte Küng und nannte ein Beispiel: «Das Einfamilienhaus wird zum Auslaufmodell.» Dieses beanspruche zu viel Platz. Erfreut stellte er deshalb fest, dass der Anteil Einfamilienhäuser an den neu erstellten Wohnungen seit gut 20 Jahren rückläufig ist – obwohl wie erwähnt die Bautätigkeit deutlich zugenommen hat.

Quelle: Lustat Statistik Luzern, Datenquelle: BFS - Bau- und Wohnbaustatistik

Quelle: Lustat Statistik Luzern, Datenquelle: BFS - Bau- und Wohnbaustatistik

«Wachstum nicht gleich Wohlstand»

Das Wachstum der Bevölkerung und daraus die Bautätigkeit beobachtet auch Ivo Willimann vom Institut für Betriebs- und Regionalökonomie an der Hochschule Luzern. Er sagte: «Wachstum bedeutet nicht gleichzeitig auch Wohlstand.» Wolle eine Gemeinde etwa ihre finanzielle Lage aufbessern, sei es nicht immer die beste Lösung, mehr Steuerzahler anzuziehen. Denn eine grössere Bevölkerung ist auch auf eine bessere Infrastruktur angewiesen, wie mehr Schulraum oder ein grösseres Strassennetz – was wiederum kostet.

Zudem gibt es keine Garantie dafür, dass eine rege Bautätigkeit überhaupt neue Bewohner anzieht, wie das Wiggertal zeigt. In keiner anderen Region des Kantons ist die Leerwohnungsziffer höher. Aktuell liegt sie bei 2,3 Prozent, der kantonale Durchschnitt ist 1,44 Prozent. Interessant: Das Wiggertal ist mitunter in jener Region, die am stärksten wachsen soll. Gemäss kantonalem Richtplan soll die Bevölkerung bis 2045 um über 30 Prozent zunehmen. Dann dürfte der Bau-Boom also nicht mehr nur in Luzern Süd augenfällig sein, sondern auch im Norden des Kantons.

Quelle: Lustat Statistik Luzern

Quelle: Lustat Statistik Luzern

Quelle: Lustat Statistik Luzern

Quelle: Lustat Statistik Luzern

Es Leben immer mehr Menschen im Kanton Luzern, hauptsächlich wegen der Migration – und die Bevölkerung wird immer älter. (Quelle: Lustat Statistik Luzern)
Luzerner leben immer häufiger in einem Einpersonen-Haushalt... (Quelle: Lustat Statistik Luzern)
...entsprechend hat auch die Wohnfläche pro Kopf deutlich zugenommen. (Quelle: Lustat Statistik Luzern)
Der Bau boomt im Kanton Luzern: Die Investitionen haben seit 2002 teils um über 80 Prozent zugenommen. (Quelle: Lustat Statistik Luzern)
Im Entlebuch lässt es sich am günstigsten wohnen – im Raum Sursee, in den Seegemeinden, in Teilen des Rontals sowie der Region Wolhusen sind die Mieten am teuersten. (Quelle: Lustat Statistik Luzern)
5 Bilder

5 Grafiken zum Thema Wohnen und Bauen: So hat sich Luzern entwickelt

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