Mehr Plätze für Erwachsene mit Behinderung

Der Kanton Luzern muss bis 2020 rund 215 zusätzliche Plätze für Erwachsene mit Behinderungen schaffen. Der Kantonsrat stützt diese Prognose des Regierungsrates. Er nahm vom entsprechenden Planungsbericht zustimmend Kenntnis.

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Für Erwachsene mit einer Behinderung sollen mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. (Symbolbild Keystone/Gaetan Bally)

Für Erwachsene mit einer Behinderung sollen mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. (Symbolbild Keystone/Gaetan Bally)

Die Kantonsregierung muss dem Parlament periodisch einen auf mehrere Jahre ausgerichteten Planungsbericht zu den sozialen Einrichtungen vorlegen. Schwerpunkt des am Montag und Dienstag diskutierten Rapports sind die Einrichtungen für Erwachsene mit Behinderung.

2010 standen in diesem Segment 2168 Plätze für Wohnen, Arbeiten und Beschäftigung zur Verfügung. Bis 2020 muss die Zahl der Plätze nach Angaben der Regierung um 190 bis 240 Plätze erhöht werden.

Marlis Roos (CVP) unterstützte diesen Ausbau. Der Belegungsdruck in den Institutionen müsse reduziert werden. Jeder solle an einem für ihn geeigneten Platz leben können. Korrektur nach oben abgelehnt

Nino Froelicher (Grüne) kritisierte, dass der geplante Ausbau den prognostizierten Bedarf wohl nicht decken könne. Er forderte deshalb, dass die Bandbreite zusätzlicher Plätze auf 220 bis 270 erhöht wird. Ohne Korrektur werde die Umsetzung des Planungsberichtes ins Stottern kommen.

Unterstützung erhielt Froelicher von Lotti Stadelmann (SP). Es gehe auch um die Wahlfreiheit der Behinderten und um einen respektvollen Umgang mit diesen.

Die bürgerliche Mehrheit lehnte die Forderung aber ab. Auf Vorrat dürften keine Plätze geplant werden, erklärten Marlis Roos (CVP), Räto Camenisch (SVP), Herbert Widmer (FDP) und Ralph Hess (GLP).

Regierungsrat Guido Graf pflichtete dem bei. Falls nötig, könne zu einem späteren Zeitpunkt die Prognose nach oben korrigiert werden, sagte er.

sda