Mehr Platz für mehr Schüler: Gisikon eröffnet die Erweiterung des Schulhauses Mühlematt

Am 12. September hat der abtretende Gemeinderat Josef Lötscher (CVP) sein letztes und grösstes Infrastrukturprojekt offiziell abgeschlossen: Ein Neubau für Kindergarten und Primarschule.

Simon Mathis
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Der abtretende Gisiker Gemeinderat Josef Lötscher (CVP) öffnet die Tür zum Erweiterungsbau des Schulhauses Mühlematt.

Der abtretende Gisiker Gemeinderat Josef Lötscher (CVP) öffnet die Tür zum Erweiterungsbau des Schulhauses Mühlematt.

Bild: Simon Mathis
(Gisikon, 12. September 2020)

Seit Mitte August stehen dem Kindergarten und den ersten beiden Primarstufen der Gemeinde Gisikon neue Räumlichkeiten zur Verfügung. Bereits nach den Sommerferien konnten sie die Erweiterung des Schulhauses Mühlematt beziehen. Am 12. September – am Rande der Feierlichkeiten zum 750-Jahr-Jubiläum der Gemeinde – erfolgte schliesslich die offizielle Eröffnung und öffentliche Begehung. Der Neubau ist gewissermassen das Abschiedsgeschenk des abtretenden Gemeinderates Josef Lötscher (CVP), der zwölf Jahre lang im Ressort Infrastruktur wirkte. Am Samstagmorgen hat er durch das Gebäude geführt. Der 67-Jährige sagt:

«Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich ein solches Projekt mitgestalten durfte.»

Es ist nicht nur das letzte, sondern auch das grösste Projekt, das er in seinem Amt begleitet hat. «Finanziell und von der Herausforderung her ist es definitiv das gewichtigste», so Lötscher. Die Erweiterung wurde speditiv mit vorfabrizierten Holzelementen erstellt. Der Spatenstich erfolgte im Februar, Anfang Juli konnte das Gebäude bereits abgenommen werden – während der Coronazeit durchaus ein beachtlicher Takt. Gekostet hat der Neubau 3,1 Millionen Franken; rechnet man die Restaurierung des älteren Schulgebäudes direkt nebenan dazu, wurden insgesamt 3,28 Millionen investiert.

Der Neubau versammelt die Klassenzimmer der Basisstufe, die bisher im Dorf verteilt waren, wieder unter einem Dach. Er bietet acht Schulzimmer– eines mehr als bis anhin. Der zusätzliche Raum ist der gewachsenen Schülerzahl geschuldet. «In Gisikon wohnen mittlerweile relativ viele junge Familien mit Kindern, die Klassengrössen waren am obersten Limit», erläutert Lötscher.

Der Erweiterungsbau des Schulhauses Mühlematt, dahinter das rote, ältere Schulgebäude.
6 Bilder
So präsentiert sich der Erweiterungsbau des Schulhauses Mühlematt von aussen.
Der Eingangsbereich des neuen Schulbaus.
Der Hauptgang des Erweiterungsbaus.
Einblick in eines der Schulzimmer. Zwischen den Tafeln ist ein interaktiver Bildschirm für den Unterricht zu sehen.
Ein weiteres Schulzimmer.

Der Erweiterungsbau des Schulhauses Mühlematt, dahinter das rote, ältere Schulgebäude.

Branchenerfahrung hat geholfen

Mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus findet Lötschers Engagement in der Gisiker Exekutive ein definitives Ende. Auf seine Zeit im Gemeinderat blickt er positiv zurück: «Wir sind eine überschaubare Gemeinde, deshalb sind die Wege auch sehr kurz. Als Gemeinderat konnte ich teilweise auch operativ tätig sein, das habe ich immer geschätzt.» So hat Lötscher manchmal Planungen oder sogar Bauarbeiten übernommen. Kein Wunder, war er doch lange Jahre als selbständiger Unternehmer in der Baubranche tätig.

Lötscher wuchs in Marbach auf und absolvierte in Entlebuch die Schreinerlehre. Nach Gisikon zog er vor 40 Jahren. Vor seiner Zeit im Gemeinderat führte er in einem Unternehmen rund 60 Mitarbeiter – und die letzten 22 Jahre eine eigene Firma. «Da ich aus der Branche bin, hat mir die Arbeit im Ressort Infrastruktur sehr viel Freude bereitet», erzählt er. «Mir war dabei aber besonders wichtig, auf das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen zu achten.»

«Die Bürger sind kritischer geworden»

Als Meilensteine seiner Tätigkeit nennt Lötscher den Kreisel beim Weitblick, der 2010 gebaut wurde; er brachte erstmals eine Busverbindung ins Dorf. Auch die Entstehung des Kneippgartens 2015 am Rande des Naturschutzgebietes hat Lötscher mitgestaltet. «Dieses Projekt zeigt, dass Gisikon auch weitsichtig und innovativ sein kann», hält er fest.

Während der zwölf Jahre habe er gelernt, wie wichtig es sei, auf die Leute zuzugehen. «Die Bürgerinnen und Bürger sind kritischer geworden», so Lötscher. «Heute ist es umso wichtiger, Kontakte zu knüpfen und Vertrauen zu gewinnen.» Obwohl ihm das Exekutivamt grossen Spass gemacht hat, freut sich Lötscher, jetzt wieder mehr Zeit für seine Familie zu haben. Er hat vier erwachsene Kinder und sieben Grosskinder. «Ich will auch mehr mit meiner Frau Margrit unternehmen, das ist in letzter Zeit zu kurz gekommen.»

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