Mehr Unfälle mit E-Bikes, weniger Schwerverletzte: Der Blick in die Luzerner Unfallstatistik

Im Jahr 2019 ereigneten sich im Kanton Luzern 2138 Verkehrsunfälle. Während die Zahl der verunfallten Auto- und Motorradfahrer sinkt, sind immer mehr E-Bikes betroffen. Das hat auch mit deren Beliebtheit zu tun.

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(zim/jus) Im Jahr 2019 ereigneten sich im Kanton Luzern 2138 Verkehrsunfälle. Bei 1189 von ihnen entstand nur Sachschaden. In 949 Fällen wurden Personen verletzt, in 10 Fällen sogar tödlich. Insgesamt wurden damit 2019 leicht mehr Verkehrsunfälle registriert als 2018 (2127), wie Lustat Statistik Luzern am Dienstag mitteilt.

Die langfristige Tendenz der rückläufigen Zahl Getöteter und Verletzter blieb dabei ungebrochen. Seit 1994 hat die Zahl der verletzten Personen (–11,3 Prozent) und getöteten Personen (–61,5 Prozent) deutlich abgenommen.

Über 70 Prozent mehr E-Bikes seit 2015

Bei den drei Verkehrsmitteln Auto, Motorrad und Velo sind die Verunfalltenzahlen über die letzten 25 Jahre hinweg rückläufig, wobei die Abnahme bei den Autos am grössten (–24 Prozent) und bei den Velos am geringsten (–8,1 Prozent) war. Im Gegensatz zum Auto und zum Motorrad nahm 2019 die Zahl der verunfallten Velofahrenden gegenüber dem Vorjahr jedoch wieder zu (+9,6%).

Das einzige Verkehrsmittel, das über die letzten Jahre einen konstanten Anstieg der Anzahl Unfälle verzeichnet, ist das E-Bike. Dort haben die Unfälle in den letzten fünf Jahren um satte 72,3 Prozent zugenommen. Khanh Hung Duong, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Lustat Statistik Luzern, sagt dazu aber: «Aus diesen Zahlen kann man nicht schlussfolgern, dass das Fahren mit E-Bikes gefährlicher wird. Schliesslich hat zwischen 2015 und 2019 auch die Zahl der registrierten E-Bikes, die ein Motorfahrrad-Kontrollschild benötigen, um 72,8 Prozent zugenommen.»

Nico van der Heiden, Co-Präsident von Pro Velo Luzern und SP-Grossstadtrat, hält auf Anfrage fest, dass Velofahren trotz des Risikos für Unfälle gut für die Gesundheit sei. Er bestätigt aber, dass der Verband Pro Velo Luzern von vielen Leuten kontaktiert werde, die Angst vor dem Velofahren hätten, besonders an Hotspots in der Stadt Luzern. Van der Heiden fordert darum:

«Orte, an denen es keine Velostreifen gibt oder gefährliche Spurwechsel nötig sind, müssen für Velofahrer sicherer werden.»

Er betont jedoch auch die Eigenverantwortung der Velofahrer, gerade mit E-Bikes: «Man muss sich an die Verkehrsregeln halten, auch wenn das eigene Gefährt höhere Geschwindigkeiten zulassen würde.» Wer sich neu ein E-Bike anschaffe, sollte vorsichtig starten und bei Bedarf einen Kurs besuchen, rät van der Heiden. Solche E-Bike-Kurse bietet neben Pro Velo Luzern beispielsweise auch der TCS an.

Unangepasstes Verhalten die häufigste Unfallursache

Insgesamt blieb die Verteilung der Strassenverkehrsunfälle nach Ortslage in den zurückliegenden Jahren relativ stabil: 2019 ereigneten sich im Kanton Luzern 1475 Unfälle innerorts, das sind 27 Unfälle mehr als im Vorjahr. Ausserorts nahm die Zahl der Unfälle hingegen ab, nämlich von 388 auf 377. Auch auf den Luzerner Autobahnen kam es 2019 zu weniger Unfällen (286) als 2018 (291).

2019 war die häufigste Ursache von Unfällen ein unangepasstes Verhalten im Strassenverkehr, worunter auch das Missachten von Verkehrsregeln fällt. Vergleichsweise selten lag die Unfallursache beim Fahrzeug, bei der Infrastruktur und/oder bei einem externen Einfluss.

Hinweis
Webartikel von Lustat Luzern Statistik zu den Verkehrsunfällen 2019 im Kanton Luzern.