Kriminalgericht verurteilt Brüder zu mehrjährigen Strafen für Betrug und Geldwäscherei

Mit falschen Dokumenten haben zwei Brüder im Kanton Luzern Banken ausgetrickst. Sie haben in mehreren Fällen Kredite an Leute vermittelt, die nicht kreditwürdig waren.

Roger Rüegger
Merken
Drucken
Teilen

Zwei Brüder haben über Jahre Kredite an Personen vermittelt, die nicht kreditwürdig waren, weil sie ein zu geringes Einkommen hatten oder überhaupt keiner Arbeit nachgingen. Die Beschuldigten haben Prämien von den Kreditinstituten wie auch von den Kreditnehmern kassiert.

Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte den Älteren, einen 49-jährigen Serben, wegen gewerbsmässigem Betrug, gewerbsmässiger Geldwäscherei und mehrfacher Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten. Der Jüngere (43, Schweizer) wurde zu zwei Jahren und acht Monaten verurteilt – 12 Monate davon unbedingt. Beiden wurde ein mehrjähriges Berufsverbot auferlegt, wie dem Urteil, das im Dispositiv vorliegt, zu entnehmen ist.

Bank erstattete Anzeige gegen unbekannte Täter

Die Beschuldigten täuschten in dutzenden Fällen mit fingierten Lohnausweisen und selber ausgestellten Arbeitsbescheinigungen Banken und Kreditanstalten (Ausgabe vom 7. September). Die Geschichte kam ans Licht, weil im Frühling 2014 eine Bank Anzeige wegen versuchten Betrugs gegen eine unbekannte Täterschaft erstattete. Diese hatte mit mutmasslich gefälschten Dokumenten und Falschaussagen einen Online-Kreditantrag eingereicht.

Die Männer operierten in zwei Gesellschaften, die im Finanz- und Versicherungsbereich tätig waren. Der ältere fungierte als Inhaber der Firmen, der jüngere war angestellt.

Die Urteile liegen über den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Diese forderte für den älteren vier Jahre Freiheitsstrafe und ein Berufsverbot von fünf Jahren. Der Verteidiger stellte fest, dass sein Mandant nur in neun Fällen gefälschte Lohnabrechnungen den Banken vorgelegt habe. Diese habe er nicht selber gefälscht. Er beantragte für mehrfachen Betrug eine angemessene bedingte Strafe.

Für den Jüngeren beantragte der Staatsanwalt 30 Monate. Sein Verteidiger forderte Freispruch mit der Begründung, sein Mandant habe nicht die Kenntnisse, Kredite zu beantragen, weil er weder Deutsch sprechen noch schreiben könne.