Kolumne

Mein Vorsatz fürs nächste Jahr: Verkleidet an die Fasnacht!

Unser Fasnachtsmuffel Seymon Matheys ist am Luzerner Schmudo unverhofft auf den Geschmack gekommen.

Seymon Matheys
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Seymon Matheys, redaktioneller Mitarbeiter Ressort Stadt/Region Luzern.

Seymon Matheys, redaktioneller Mitarbeiter Ressort Stadt/Region Luzern.

Als Kind war die Fasnacht für mich eher Pflichtprogramm. Das lag vor allem am Verkleiden. Mir war es unangenehm, in eine fremde Rolle zu schlüpfen. Beim Stanser Schmudo stand ich jeweils betreten am Strassenrand. Immerhin: Wenn das Frohsinnpaar Orangen verteilte, erwachte ich zum Leben. Trotz dieser vitaminreichen Erinnerung machte ich als Kollegianer und Student einen Bogen um die Fasnacht. Auch in Luzern.

Jetzt, als Journalist Ende 20, ist die Fasnacht erneut Pflichtprogramm. Dachte ich zumindest bis anhin. Denn als ich mich frühmorgens am Schmudo – unverkleidet! – durch die Luzerner Altstadt schlängelte, änderte sich meine Wahrnehmung. Den originellen Kostümen sei Dank.

Da gab es einen älteren Herrn, der mit schneeweissem Schlafanzug und Zipfelmütze zwischen den fasnächtlichen Ungeheuern hindurch tappte. Er hielt eine Kerze, verschlafen und verwirrt schaute er aus der Wäsche. Der Anblick war so putzig, dass ich laut auflachen musste. Auf ganz andere Art putzig war die erbarmenswerte Gestalt mit entstelltem Gesicht, die in der Altstadt gratis Umarmungen verteilte.

Dies alles weckte meine Fantasie. Und mein Beschluss war schnell gefasst: Nächstes Jahr gehe auch ich verkleidet an die Fasnacht, das erste Mal seit meiner Kindheit! Und damit dieses Vorhaben nicht nur heisse Luft bleibt, mache ich es an dieser Stelle publik. Wenn Sie nächstes Jahr also eine pummelige Videospielfigur mit grauem Mantel und weisser, gehörnter Maske sehen, dann bin ich das. Auf Anfrage lasse ich mich gerne umarmen – natürlich kostenlos.

Einzelmaske: Der verhinderte Franzose

In der heutigen «Einzelmaske»-Kolumne beschreibt unser Autor das Bemühen nach einer seriösen Fasnachtsvorbereitung. Und weshalb es auch dieses Jahr nicht ganz geklappt hat.
Der Schornolist