Kolumne

Meine Zukunft neu gestalten

Landreporter Ernesto Piazza wird Ende März vom Medienproduzent zum -konsument.

Ernesto Piazza, Landreporter
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Ernesto Piazza.

Ernesto Piazza.

Der Landschaft in der «Luzerner Zeitung» eine Stimme geben: Diese Aufgabe gehörte in den letzten sieben Jahren zu meinen beruflichen Herausforderungen. Ende März ist damit Schluss. Ab Anfang Mai gestalte ich meine Zukunft offiziell jeden Tag neu. Als Rentner.

Das Handwerk «Journalismus» hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Immer schneller dreht sich das Medienrad. Mit der Nebenwirkung auch, dass manchmal für fundierte Recherche weder Zeit noch genug Wissen vorhanden ist. Kürzlich haben die regionalen Wochenzeitungen «Surentaler» und «Oberwiggertaler» dichtgemacht. Die Erosion im Blätterwald wird sich fortsetzen. Die Vielfalt verschwindet sukzessive. Das Onlinefieber grassiert.

Doch die grosse Herausforderung bleibt. Eine Klientel zum Stammpublikum zählen zu dürfen, die bereit ist, für Inhalte zu bezahlen. Da braucht es ein Themensetting, das dem Leser Mehrwert bietet. Regionale, kommunale Geschichten, auch «People»-Storys, die Leserbindung schaffen. Ein Journalismus, der jeden Tag Relevanz schafft.

Letztlich entscheidet die Wirtschaftlichkeit über Sein oder Nichtsein – auch in der Medienwelt. Der Ruf nach Bundesgeldern soll helfen, einer nach einem Ausweg suchenden Branche ein Überleben zu gewährleisten. Ich frage mich, ob die viel diskutierte Medienförderung mehr wäre, als nur eine Finanzspritze zur Lebensverlängerung. Davon werde ich in Zukunft «nur» noch als Medienkonsument tangiert. Gleichzeitig warten neue Projekte. Ich freue mich auf alles, was kommt.