Men Grend raocht!

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Chreschtean Vom Ennedeänscht
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Christian Glaus (Bild: Dominik Wunderli  (LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

Christian Glaus (Bild: Dominik Wunderli (LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

Katzenjammer in den Gassen Lozärns: Die Fasnacht ist vor­bei! Die letzten rüüdig verreckten Huerenaffe sind wahrscheinlich jetzt auf dem Heimweg. Es ist so wie immer: Wenn es am schönsten ist, ist Schluss. Ich vom Fasnachtsinnendienst un­serer Redaktion fühle mich ganz ähnlich: Ausgerechnet jetzt, wo ich mich als gebürtiger Zuger langsam an all die Lozärner Fas­nachtsbegriffe gewöhnt habe, ists vorbei. Anders als bei den (meisten?) Huerenaffe brummt mein Grend aber nicht. Er raocht!

Das Lozärner Fasnachtsglossar hats in sich. Zwei Sachen fallen dabei auf. Erstens: Aus «i» wird «e», aus «e» wird «ä», aus «u» wird «o» und aus «st» wird «scht». Zweitens: Auf diese Regel ist kein Verlass. Und trotzdem müssen alle Fasnachtsbegriffe richtig geschrieben sein, sonst droht Ärger mit unserem Chefkor­rektor (ein Basler!).

Also, aus «i» mach «e», Grind wird zu Grend, Kinder werden zu Chender. Schreibt man statt Christian nun Chreschtean? Aus Chuttlebutzer werden Chottlebotzer, die Chnuupesager sind aber nicht die Chnoopäsagär. Und ein Gugger ist kein Goggär, sondern ein Guugger. Aber Achtung: Das Original 4711 heisst dann doch Guggenmusig.

Wie gesagt, es ist kompliziert. So kompliziert, dass man schnell mal den Überblick verliert. Doch etwas Gutes hat das Fas­nachtsvokabular: Eine Woche lang durften wir unserem Chef «Huerenaff» sagen – und er wurde nicht böse.

Chreschtean vom Ennedeänscht

stadt@luzernerzeitung.ch