MENZNAU: Einbürgerung wird durchleuchtet

Wie lief die Einbürgerung des Todesschützen genau ab? Und vor allem: Wann? Jetzt klärt das Amt für Gemeinden ab.

Drucken
Teilen
Neben der Kirche St. Paul und Peter in Willisau stehen drei Rosen für die Opfer des Todesschützen von Menznau. (Bild: Keystone)

Neben der Kirche St. Paul und Peter in Willisau stehen drei Rosen für die Opfer des Todesschützen von Menznau. (Bild: Keystone)

Der exakte Ablauf der Bluttat von Menznau ist nach wie vor unklar – ebenso das Einbürgerungsverfahren. Der 42-jährige Todesschütze soll zwar in den Genuss einer erleichterten Einbürgerung gekommen sein. Beim Luzerner Amt für Gemeinden will man dieser Frage ab heute aber vertieft nachgehen. Judith Lauber, die das Amt für Gemeinden leitet, sagt: «Wir schauen uns diesen Fall ganz genau an.» Sie könne sich derzeit nur auf Medienberichte stützen, die Personalien des 42-jährigen, Kosovo-stämmigen und 1998 zu einer zwölfmonatigen Gefängnisstrafe verurteilten Mannes habe sie noch nicht auf ihrem Pult.

Wissen will Lauber vor allem auch, wann die Einbürgerung passiert ist. Wäre sie nach dem 13. März 1998 – dem Datum der Verurteilung – passiert, hätte sie laut geltender Gesetzgebung nicht erfolgen dürfen. Voraussetzung für eine Einbürgerung ist ein blanker Strafregisterauszug.

Todesursache des Täters ist offen

Derweil schiessen die Spekulationen über den exakten Ablauf der Bluttat vom Mittwoch in Menznau ins Kraut. Laut «Sonntagsblick» richtete sich der 42-jährige Todesschütze nicht selber, sondern wurde von einem Mitarbeiter getötet – durch einen Kopfschuss.

Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, will diese Darstellung nicht bestätigen. «Wir müssen noch wichtige Zeugen befragen. Das war bisher nicht möglich, weil diese Menschen schwer verletzt im Spital liegen.» Weil entscheidende Befragungen noch nicht durchgeführt werden konnten, seien das Tatmotiv und auch der detaillierte Tatablauf bis heute noch offen, sagte Kopp weiter.

Im Moment laufen diverse intensive Abklärungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Dabei werden Angehörige und Mitarbeiter befragt; ausserdem finden spurentechnische und ballistische Auswertungen statt. Weiter werden die Obduktionsberichte zu den Verletzungsmustern zusammengestellt.

Eine Person in kritischem Zustand

Nicht ganz klar ist, wie es den in verschiedenen Spitälern gepflegten fünf Opfer geht. Laut Simon Kopp befindet sich eine der fünf verletzten Personen «nach wie vor in einem kritischen Zustand».

Lukas Nussbaumer,sda

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als Abonnent/in kostenlos im E-Paper.